Ein „Granaten-Sturm“ gegen Borussia

Valentin Solovej und Yannick Nonnweiler können den Unterschied ausmachen / Borussia will am Freitag in Köllerbach (Anstoß: 19.00 Uhr) Heimniederlage gegen Elversberg wettmachen /

Unser Bild: Jens Kirchen (verfolgt von Marcel Jung und Tom Fink) durfte in der vergangenen Saison nicht nur nach seinem Führungstor zum 1:0 im Ellenfeld gegen Köllerbach jubeln, er hatte auch im Hinspiel Borussia mit 1:1 einen Punkt gesichert. Nach seinem Achillessehnenabriss im Mai läuft die Reha bei Borussias Nummer 10 derzeit planmäßig. (Foto: -jf-)

Von Jo Frisch

Wenn Borussia am Freitagabend (Anstoß: 19.00 Uhr) bei den Sportfreunden Köllerbach antritt, kann man erneut von einem Spitzenspiel reden. Denn angesichts der Dichte der Tabelle hat auch die Partie zwischen dem Tabellensechsten und dem Fünften dieses Prädikat durchaus verdient. „Die Liga ist noch enger zusammengerückt. Jeder kann jeden schlagen, das ist noch extremer, aber dadurch auch noch spannender als in der letzten Saison“, stellt Björn Klos fest, der mit seinen Jungs nach der Pokalpartie in Homburg beim Landesligisten SV Genclerbirligi nur 48 Stunden Zeit für Regeneration und Vorbereitung zur Verfügung hatte.

Der Gegner: Die Köllerbacher, im Finaltableau der vergangenen Saison auf einem guten 7. Platz gelandet, haben zur neuen Saison vor allem an Offensivpersonal schlagkräftig zugelegt. Mit dem Schwalbacher Yannick Nonnweiler, mit 23 Treffern Torschützenkönig der Saarlandliga, und dem wieselflinken Flügelflitzer Sascha Fess vom SC Friedrichsthal haben die Sportfreunde zwei richtige Kracher an Land gezogen. Zudem wurde die Defensive mit dem 22jährigen Nordine Acharid verstärkt, der – von Absteiger Bous nach Köllerbach gekommen – sowohl als Außenverteidiger als auch als Sechser variabel einsetzbar ist. So blickte Spielertrainer Robin Vogtland, der gemeinsam mit Co-Trainer Florian Bohr und Athletik-Coach Mike Seewald die sportlichen Geschicke in Köllerbach leitet, der neuen Saison im „Saar.Amateur“ sehr optimistisch entgegen: „Ich bin zuversichtlich, dass wir bei der Vergabe der vorderen Plätze ein Wörtchen mitreden können.“ Was den Coach der Sportfreunde so positiv stimmt, ist auch seine Beobachtung, „dass wir in der letzten Saison zu einer richtig starken Einheit zusammengewachsen sind und uns auch im Trainerteam hervorragend ergänzen.“ Die positiven Eindrücke konnte die Vogtland-Truppe in den ersten sieben Saisonspielen durchaus bestätigen. Nur einmal (beim 1:4 in Elversberg) musste man alle drei Punkte abgeben, ist seitdem in fünf Spielen ungeschlagen. Vor allem beim 6:1 zuhause gegen Aufsteiger Rohrbach wussten die Männer von Robin Vogtland zu gefallen, haderten dagegen gegen den anderen Neuling aus Rastpfuhl mit der Nachspielzeit, als man durch den späten Gegentreffer zum 2:2 den Sieg noch aus der Hand gab. Das hochgelobte Sturmduo mit Valentin Solovej (7 Tore) und Neuzugang Yannick Nonnweiler (4 Tore) wurde den Vorschusslorbeeren bislang voll gerecht – die beiden erzielten mehr als zwei Drittel aller Köllerbacher Treffer! Einen besonders emotionalen Moment wird sicher vor dem Spiel die Verabschiedung eines Köllerbacher „Urgesteins“ darstellen: David Bakhtadze verlässt die Sportfreunde nach 16 Jahren und wechselt zum FC Kutzhof in die Bezirksliga. Dort kann der 40jährige Beruf, Familie und Sport besser „unter einen Hut“ bringen. „Davit hat die Sportfreunde wie kein anderer Spieler der Vereinsgeschichte geprägt“, sagt Sportvorstand Bernd Gillet. Stimmt, denn der Georgier erzielte allein in der Liga 195 Tore, wurde zwischen 2009 und 2011 dreimal Torschützenkönig der Oberliga, lenkte zudem von 2012 bis 2016 als Spielertrainer die Geschicke des Clubs

Ausgangssituation und Borussias Personal: Köllerbach hat sich an die Tabellenspitze herangepirscht. Diesen Lauf wollen die Vogtland-Schützlinge gegen Borussia fortsetzen. Die Borussen dagegen sind nach dem bitteren 2:3 im Ellenfeld gegen Elversberg auf Wiedergutmachung aus: „Wir fahren nach Köllerbach, um etwas mitzunehmen“, gibt Björn Klos zu, der allerdings auch weiß, wie schwer das im Stadion an der Burg sein wird: „Die Sportfreunde haben vor Saisonbeginn ganz offen kommuniziert, dass sie vorne mitreden wollen. Ich habe sie zweimal beobachtet und muss sagen, dass sie dieses Ziel aufgrund ihrer individuellen Klasse auch realisieren können.“ Die Zuschauer erwartet eine Partie auf Augenhöhe, in der Tagesform und sogenannte „Kleinigkeiten“ über den Sieg entscheiden werden. Personell gibt es bei den Borussen nichts Neues zu vermelden. Björn Klos ist froh, dass sich in der Pokalpartie in Homburg niemand verletzt hat und eine Verlängerung vermieden werden konnte – nicht ganz unwichtig unter dem Aspekt, dass die Köllerbacher ihr Pokalmatch beim Saarbrücker Landesligisten FC Kandil bereits am Dienstag mit 5:2 gewinnen und damit einen Tag länger regenerieren konnten als die Borussia.

Die letzten Spiele: In der Vorsaison konnte Borussia, gerade aus der Oberliga abgestiegen, zum Saisonauftakt in Köllerbach mit 1:1 einen Punkt ergattern. Valentin Solovej hatte die Gastgeber nach 24 Minuten in Führung gebracht, verletzte sich später so schwer, dass er nahezu die komplette Vorrunde ausfiel. Jens Kirchen konnte für Borussia nach einer Stunde ausgleichen. Das Rückspiel, das lange Zeit typische Züge eines echten 0:0-Spiels trug, gestaltete sich bei eisigen Temperaturen zu einem Geduldsspiel. Mit zwei späten Toren durch Jens Kirchen (80.) und Jodi Daoud in der Nachspielzeit blieb Borussia im Gefrierschrank Ellenfeld cool, profitierte dabei aber auch von einigen Disziplinlosigkeiten des Gegners, der sich dadurch in der Schlussphase personell selbst dezimierte. Mit dem 2:0 blieb Borussia im zwölften Spiel hintereinander ungeschlagen, nachdem Björn Klos auf der Trainerbank Platz genommen hatte!

Unparteiischer der Partie in Köllerbach ist Julian Marx. Der 24jährige Fachinformatiker für Systemintegration pfeift für den SV Preußen Merchweiler. Seit Oktober 2007 ist er Schiedsrichter, schaffte durch gute Leistungen 2015 den Sprung in die Oberliga und ist dort ebenso wie in der Saarlandliga ein sehr erfahrener Spielleiter. Ein Spiel der Borussia hat er zuletzt Ende März dieses Jahres beim 2:2 im Ellenfeld gegen den VfL Primstal gepfiffen. Julian Marx, der als Hobbies Freunde, Fußball und Fahrrad fahren angibt, stehen als Assistenten in Köllerbach Jürgen Hoffmann und Lisanne Maldener zur Seite. Borussia wünscht dem Unparteiischen-Gespann eine gute und sichere Spielleitung!

Stadionadresse (für Navigation): Stadion an der Burg (Kunstrasenplatz), Köllertalstraße, 66346 Püttlingen.

5 Kommentare

  1. Gegen Köllerbach ist doch für die Borussen kein Spitzenspiel, dafür haben die Borussen doch durch die dauernden Heimniederlagen selbst gesorgt. Man könnte wohl selbst Spitzenreiter sein, wenn man vernünftige Ergebnisse abgeliefert hätte. Hat man aber nicht.

  2. Das, was die Borussia in den letzten Spielen abliefert ist vor allem ein Trauerspiel.
    Wann besinnt ihr euch wieder auf die Tugenden, die die Borussia ausmacht?
    Vor allem sollte man den Gegner nicht immer im Vorfeld nicht stärker machen als er wirklich ist.
    Das wirkt im Nachhinein immer als schlechte Ausrede für mangelnden Willen.
    Bewegt eure Hintern und zeigt, dass ihr es könnt.

  3. Trainer Klos sagte, jeder kann jeden schlagen,da hat er garnicht so Unrecht.Er hat in seiner Mannschaft einen „Top Torjäger“.Aber auch ein Torjäger kann nur Tore schießen, wenn er bedient wird.Je mehr Vorlagen, umso mehr Chancen, Tore zu erzielen.Ich finde ,daß das in den letzten Spielen nicht der Fall war.Wer die Tore schießt,ist doch letztendlich egal.Unterm Strich zählt doch nur ein Sieg.Allso lieber Björn Klos,dafür Sorgen, daß dein Torjäger mehr bedient wird mit guten Vorlagen.Somit fallen auch Tore und eventuel auch wieder Siege für deine Mannschaft.

  4. Ich kann mich den anderen Kommentatoren nur anschließen.

    Unser Coach spricht vor jedem Heimspiel über Themen wie:
    Wiedergutmachung; „Wir fahren nach …., um etwas mitzunehmen.“; „Wir haben die Möglichkeiten uns auf gewisse Spielsituationen optimal einzustellen.“ u.s.w.
    Fussball ist nun einmal ein Ergebnissport.
    Daran werden der Trainer, die Mannschaft und letztendlich der Sportvorstand gemessen.
    Die Ergebnisse der letzten Spiele waren unbefriedigend bzw. mangelhaft.
    Aktuell ist kein Spielsystem erkennbar.
    Gravierende Torwart- und Abwehrfehler, viele Ballverluste durch unzureichende Zuspiele im Mittelfeld und Angriff sind die aktuellen offenen „Baustellen“ der Mannschaft.
    Hinzu kommt die prekäre Situation eines zu „dünnen“ Spielerkaders.
    Wie sollte ein Trainer überhaupt reagieren, wenn keine Alternativen zur Verfügung stehen.

    Des Weiteren fehlt ein vernünftiger „Unterbau“: zweite Mannschaft (min. Verbandsliga).
    Auch haben wir keine Jugendmannschaften (A, B und C-Jugend) auf Verbandsliganiveau vorzuweisen.
    Somit können keine talentierten Nachwuchsspieler der 1.Mannschaft zur Verfügung gestellt werden.

    Hier gilt es auf Vorstandsebene eine sehr gute, mittelfristige Strategie zu entwickeln:
    – Marketing aufbauen hierzu einen Haupt-Investor suchen und finden.
    – evtl. eine neue Sportstätte finden; Ersatz für Ellenfeld (Kosten?) durch Grundstückstausch (Gespräche mit der Stadt Neunkirchen führen),
    – Aufbau einer 2.Mannschaft,
    – Aufbau von A-, B- und C- Jugendmannschaften (min. Verbandsliganiveau).

    Einige Gedanken für den Borussen-Vorstand und die anstehende Mitgliederversammlung.

    Go Borussia

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