Dominante Borussia zieht in die nächste Runde ein

Michael Müller, Tim Klein, Alexander Velikov sowie die Cullmann-Brüder (je 2) schießen Borussia zu einem ungefährdeten 7:0-Pokalerfolg bei Viktoria St. Ingbert

Unser Bild: Drückten dem Spiel der Borussia in der zweiten Halbzeit den Stempel auf und belohnten sich mit je zwei Toren: Sebastian und Dominik Cullmann. (Foto: Kai Sand / Fußball News Saarland – vielen Dank!)

Als Schiedsrichter Andre Forsch vom SV Breitfurt entschlossen in seine Pfeife bläst, um die zweite Halbzeit im St. Ingberter Betzental anzupfeifen, ist es endlich so weit: Erstmals stehen die beiden Brüder gemeinsam in einem Team in einem Pflichtspiel auf dem Platz – und harmonieren prächtig! Verdienter Lohn: Vier Tore, je zwei für jeden, in der letzten halben Stunde. „Die Cullmänner waren nicht zu stoppen“, freut sich Trainer Christian Schübelin nach dem Spiel für seine beiden Schützlinge. „Es war ein schönes Gefühl, gerade weil wir uns gut verstehen. Und mit seinem Bruder in einer Mannschaft zu spielen ist immer etwas ganz Besonderes“, schildert Dominik Cullmann, der im Sommer aus der U19 des 1. FC Saarbrücken ins Ellenfeld gekommen ist. Bruder Sebastian kann ihm da nur zustimmen: „Das hat sehr viel Spaß gemacht!“ Wenn die beiden von Verletzungen verschont bleiben, dürfen sich alle, die es mit der Borussia halten, noch auf einige schöne Tore freuen. Denn da wächst zusammen, was zusammen gehört. Gleiches gilt für Sayfedine und Noureddine El Khadem – das Brüderpaar stand sogar in der Startelf gemeinsam auf dem Rasen.

Die Borussen ließen im Pokalspiel in St. Ingbert von der ersten Minute an erkennen, dass sie die 1:6-Scharte von Köllerbach unbedingt auswetzen wollten, und dominierten die Partie. Michael Müllers Kopfball knapp übers Tor nach Ecke von Alexander Velikov bedeutete die erste Torannäherung (5.). Als Lars Kaula einen weiten Velikov-Einwurf mit dem Rücken zum Tor stehend in die kurze Ecke verlängerte (16.), war Viktorias Torwart Kevin Sakraschinsky auf dem Posten. Machtlos war der Keeper wenig später gegen Michael Müller, der einen Eckball von Sebastian Cullmann per Kopf aus kurzer Distanz ins Netz wuchtete (17.). Die Borussen ließen nicht locker, legten nach und sorgten binnen weniger Minuten für eine Vorentscheidung: Zunächst demonstrierte Tim Klein nach Stemmler-Flanke erneut Borussias Lufthoheit und nickte von der 5-Meter-Linie aus zum 0:2 (20.), dann legte die Nummer 9 für Alexander Velikov auf, der flach abzog und seinem Premieren-Tor in der Liga in Herrensohr jetzt auch den ersten Pokaltreffer folgen ließ: Sein noch gefährlich abgefälschter Schuss flutschte dem unglücklichen Kevin Sakraschinsky durch die Hosenträger: 0:3. Tim Klein war in dieser Phase auffälligster Akteur, hätte bei zwei Freistößen sein Torekonto durchaus noch aufstocken können, doch das wusste zum einen der Torpfosten (30.), zum anderen ein aufmerksamer Keeper im Viktoria-Gehäuse (36.) zu verhindern. Chancen für die Gastgeber waren bis dahin nicht zu registrieren, Borussias Defensive arbeitete konzentriert und hielt den Gegner vom Tor weg.

Für ein unfreiwilliges Highlight sorgte gleich nach der Pause Borussen-Keeper Dominik Jost, der nach einem Steilpass der Viktoria aus seinem Tor herausgeeilt war und beim Klärungsversuch das Leder unglücklich mit der Hand erwischte – Schiedsrichter Andre Forsch zögerte keine Sekunde und zückte die rote Karte. „Er wollte den Ball eigentlich mit dem Fuß spielen, doch dann ist er versprungen und reflexartig ging die Hand raus“, schildert Christian Schübelin die Situation. Doch trotz der Unterzahl drückten die Borussen, angefeuert von wieder zahlreich mitgereistem Anhang, weiter aufs Gaspedal. Jetzt war es der eingewechselte Dominik Cullmann, der mehr und mehr in den Blickpunkt rückte und die Dominanz der Borussen auch zahlenmäßig dokumentieren konnte: Zwar wurde sein Abschluss zunächst noch abgeblockt (60.), doch dann krönte er eine sehenswerte Kombination über Lars Kaula und Ralph Smith mit dem 0:5, indem er den quergelegten Ball aus kurzer Distanz ins Netz schob (66.). Kaum waren weitere fünf Minuten gespielt, als der junge und dynamische Offensivspieler nach Vorlage von Ralph Smith am rechten Strafraumeck gleich mehrere Gegner austanzte und mit dem linken Fuß den Ball unter die Latte nagelte (71.) – zwei sehenswert herausgespielte Treffer. Da wollte Sebastian Cullmann natürlich nicht nachstehen: Ein Zusammenspiel mit seinem Bruder schloss er nur drei Minuten später aus halblinker Position mit einem geschickten Heber, der sich über Kevin Sakraschinsky ins lange Eck senkte (74.) – das halbe Dutzend war voll. „Nur noch vier“ skandierten die Borussen-Fans in der Hoffnung auf ein mögliches zweistelliges Ergebnis – dazu hätten anschließend Simon Schreibeisen (76., knapp vorbei) sowie Lars Kaula und Dominik Cullmann (89.) durchaus ihren Beitrag leisten können. Doch der Schlusspunkt blieb einem der Protagonisten der zweiten Halbzeit vorbehalten: Als Simon Schreibeisen, von Sayfedine El Khadem Szene gesetzt, für Sebastian Cullmann auflegte, schob der das Leder mit links flach ins lange Eck zum 0:7.

Machten die Partie in St. Ingbert zu einem Heimspiel: „Phänomenal, wie die Fans uns unterstützen“, sind Christian Schübelin und seine Mannschaft begeistert. (Foto: Kai Sand / Fußball News Saarland)

Was schon ziemlich genau vor vier Jahren im September 2019 beim 5:0 in St. Ingbert gelang, eine herbe Liga-Niederlage (damals 0:3 in Auersmacher) mit einem Erfolgserlebnis und dem Einzug in die nächste Runde zu kontern, klappte auch diesmal. Weitere Parallele: Auch gestern gab es für die Borussen im Betzental eine rote Karte: War es vor vier Jahren Nyger Hunter, der vorzeitig runter musste, erwischte es diesmal Dominik Jost. Christian Schübelin war trotzdem nach den ersten 90 Pokalminuten der noch jungen Saison zufrieden: „Man kennt das ja: In einem Pokalspiel gegen einen unterklassigen Gegner, der womöglich über sich hinauswächst, kannst du viel verlieren. Aber die Jungs haben nach der Niederlage von Köllerbach die Situation seriös angenommen und die richtige Reaktion gezeigt. Sie haben die Sache sehr abgeklärt, konzentriert und diszipliniert erledigt, defensiv so gut wie nichts zugelassen und dabei auch mit viel Tempo richtig schöne Tore herausgespielt“, bilanzierte der Borussen-Coach, der den Cullmann-Brüdern ein Sonderlob aussprach: „Dominik ist mit seiner Technik, Ballbehandlung und seinem Tempo eine Bereicherung für unser Spiel. Und Sebastian ist nach langer Pause wieder im Kommen und hat sich heute zurecht beohnt. Es wäre dem Jungen sehr zu gönnen, mal längere Zeit verletzungsfrei zu bleiben, um sein enormes Potential entfalten zu können.“

Statistik: Viktoria St. Ingbert – Borussia 0:7 (0:3)

Borussia: Dominik Jost – Marco Dahler (C) (ab 46. Nico Christmann) , Christoph Stemmler (ab 46. Dominik Cullmann), Sebastian Cullmann, Sayfedine El Khadem, Michael Müller, Ralph Smith, Alexander Velikov, Noureddine El Khadem (ab 48. Maximilian Strack), Lars Kaula, Tim Klein (ab 46. Simon Schreibeisen). – Trainer: Christian Schübelin.

Tore: 0:1 (17.) Michael Müller, 0:2 (20.) Tim Klein, 0:3 (26.) Alexander Velikov, 0:4 (66.) Dominik Cullmann, 0:5 (71.) Dominik Cullmann, 0:6 (74.) Sebastian Cullmann, 0:7 (90.+4) Sebastian Cullmann. – Schiedsrichter: Andre Forsch (SV Breitfurt). – Zuschauer: 200. – Rote Karte Borussia: Dominik Jost (48., Handspiel außerhalb des Strafraums).

Unsere Bilder zeigen ein paar Eindrücke von der Pokalpartie der Borussia im St. Ingberter Betzental. (Fotos: Rainer Hoffmann / Kai Sand – Fußball News Saarland – vielen Dank!)

1 Kommentar

  1. Es ist schon lange her, dass zwei Brüder bei
    Borussia in der 1. Elf gespielt haben!
    Mir fallen da die Zwillinge Werner u. Günther
    Zell in den 50ern des vorigen Jahrhunderts
    ein.
    Gruß aus Ffm.

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