Der helle Wahnsinn und ein gefühlter Sieg

Rumpf-Team der Borussia holt nach bravourösem Kampf und unbändigem Glauben an sich selbst einen verdienten Punkt gegen spielerisch starken FSV Jägersburg / Nico Christmann und Dominik Jost die Torschützen beim 2:2 in einem Top-Spiel, das diese Bezeichnung verdiente   

Sein Blick ließ immensen Tatendrang erahnen. Und das war nicht zu viel versprochen! Als Dominik Jost nach 87 Minuten für Noureddine El Khadem noch einmal ins Spiel zurückkam, hatte sich Trainer Christian Schübelin eigentlich erhofft, dass er sich „nochmal ein paar hohe Bälle holt“, doch Borussias Allround-Waffe machte es ganz anders: Nach Kopfballverlängerung von Marco Dahler und Auflage von Simon Schreibeisen behielt Dominik Jost nach einem kurzen tiefen Lauf vor Jägersburgs Keeper Joshua Blankenburg die Nerven und versenkte das Leder, kalt wie eine Hundeschnauze, aus halbrechter Position im Netz: 2:2 in letzter Minute!

Was folgte, war Jubel pur in Schwarz und Weiß und der verdiente Lohn für eine überragende kämpferische Leistung, die wirklich jedem, der die Partie in der Ferraro-Sportarena verfolgt hatte, nur den allerhöchsten Respekt abverlangen konnte. Ausgepumpt wie seine Kameraden stand der Torschütze, der sich nach seinem Treffer das Trikot über den Kopf zog und von Dylan Sodji ordentlich durchgerüttelt wurde, anschließend Rede und Antwort, stieß zunächst mit ganz viel Emotionen Worte wie „unglaublich“ und „Wahnsinn“ hervor, ehe er sein Last-minute-Tor dem ganzen Team widmete und von einem „Sieg der Mannschaft“ sprach: „Das war schon abartig, wie jeder von uns gebissen hat, obwohl wir alle auf dem Zahnfleisch gingen.“ Mit seinem freudschen Versprecher verriet Dominik Jost viel von dem, was in diesem Moment in ihm und allen Borussen vorging: Der Punktgewinn der Rumpftruppe gegen einen spielerisch ganz starken Top-Favoriten der Liga fühlte sich an wie ein Sieg, während die Lila-Weißen aus dem Homburger Stadtteil enttäuscht auf den Rasen sanken, als hätten sie gerade die Meisterschaft verspielt.

Dass der Glaube an sich selbst bis zur letzten Minute auf dem Rasen spürbar war, war auch Christian Schübelin in der aufregenden Schlussphase, in der Maximilian Strack bei offenem Schlagabtausch mit einigen reaktionsschnellen Paraden die Borussen im Spiel hielt, nicht entgangen; „Wir konnten heute wieder einmal beweisen, was für ein cooler Haufen wir sind und was man mit dem nötigen Willen und einer geschlossenen Mannschaftsleistung erreichen kann“, bilanzierte der Borussen-Coach nicht ohne Stolz. „Ich bin sicher, dass wir eine überzeugende Leistung zeigen“, hatte Christian Schübelin, der noch am Morgen die kurzfristigen Absagen von Michael Müller (Verdacht auf Riss des Syndesmose-Bandes im Abschlusstraining) und Ralph Smith (beruflich) verdauen musste, am Vorabend seinen Schützlingen mitgeteilt. Er sollte mit seiner Prognose Recht behalten. Und so durfte auch Kapitän Marco Dahler, der nach überstandenem Muskelfaserriss zumindest für 25 Minuten auf dem Platz stand, mit Fug und Recht mitteilen: „Männer, das Spiel heute macht eine Mannschaft aus. Ich bin sehr stolz auf Euch!“ Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. „Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben.“ Die Worte des legendären Fritz Walter, aufgedruckt auf dem Rücken der Trainingsshirts, haben alle Borussen, ob auf oder neben dem Platz, an diesem Nachmittag ebenso mit Leben gefüllt wie die „Feuer und Flamme“-Bilder (auf der Homepage) oder das „Immer weiter“-Motto der Fans im Vorfeld der Partie. (-jf-)

Nachstehend ein paar erste Eindrücke von wichtigen Szenen des Top-Spiels der Saarlandliga in der Ferraro-Sportarena. Ausführlicher Spielbericht folgt! (Alle Fotos: -jf-)

Gerade hat er nach Ecke von Dominik Cullmann zum 1:0 getroffen: Nico Christmann dreht jubelnd ab (oben), um anschließend von seinen Teamkameraden beglückwünscht zu werden (unten).

Glück für Borussia: Der Ball klatscht nach Frederic Ehrmanns (berechtigtem) Foulelfmeter zunächst an die Latte und von dort über das Tor.

Clever gemacht: Nach Daniel Dahls Eckstoß ist Jan Reiplinger (Nr. 24) schneller als Christoph Stemmler und köpft am kurzen Eck Jägersburg mit 2:1 in Führung.

Unterwgs ins Glück ist das Leder, abgefeuert von Dominik Jost (oben), der Rest ist Jubel in Schwarz und Weiß (unten).

Da spart auch der Sportvorstand im obligatorischen Spielerkreis nach der Partie nicht mit Lob: „Ihr habt heute gezeigt, dass Ihr ein echtes Team seid!“

3 Kommentare

  1. Wahnsinniges Spiel/Erlebnis . Toll wie dieses Team sich präsentiert. Leider schlägt das Verletzungspech aktuell gnadenlos zu und das bei dem krassen Spielplan im Herbst ( mehrere englische Wochen)

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