Weiter warten auf ersten Heimsieg

Trotz früher Führung durch Marco Dahler nur 1:1 gegen Köllerbach / Wille vorhanden, doch fußballerische Mittel nicht ausreichend für den Sieg

Unser Bild: Kapitän Marco Dahlers Kopfballtor blieb die einzige, magere Ausbeute im Heimspiel gegen die Sportfreunde aus Köllerbach. (Archivfoto: -jf-)

Borussia muss weiter auf den ersten Heimsieg warten! Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Primstal kamen die Klos-Schützlinge im Ellenfeld gegen die Sportfreunde Köllerbach über ein mageres 1:1 nicht hinaus. Das Endresultat stand bereits nach 15 Minuten fest. Die Borussen hatten einen Traumstart erwischt und waren schon mit dem ersten Angriff in Führung gegangen, als Tim Braun nach einer Ecke von Niklas Allenfort Kapitän Marc Dahler das Leder maßgerecht auflegte und der es per Kopf im gegnerischen Tor unterbrachte. Nach 15 Minuten wertete Schiedsrichter Nicolas Scherer einen Kontakt von Tim Braun mit seinem Gegenspieler Jan Issa nicht nur als regelwidrig, sondern hatte sie auch innerhalb des Strafraums gesehen. Den schmeichelhaften Elfmeter verwandelte der Gefoulte selbst mit gewohnter Sicherheit zum Ausgleich. 1:1 – ein Ergebnis, das für Björn Klos letztlich in Ordnung geht.

Der Stachel der Enttäuschung sitzt nach wie vor tief im Borussen-Coach, der seiner Mannschaft den Willen keineswegs absprach, aber auch diesmal wieder beklagte, „dass viele Vorgaben nicht erfüllt wurden.“ Beispiel: Nach der frühen Führung (Klos: „Besser kann man nicht starten, das war die erhoffte Reaktion!“) hatte der Trainer gefordert, höher zu stehen und den Gegner früher zu stellen. „In dieser Anfangsphase wäre es ohne weiteres möglich gewesen, gegen einen verunsicherten Gegner nahzulegen und ihm jetzt schon den Zahn zu ziehen. Stattdessen haben wir uns zurückgezogen. Das war das falsche Signal an den Gegner, der nach zehn Minuten gemerkt hat, dass er auch nach vorne spielen kann“, so die Analyse von Björn Klos. Bedauerlich, dass den Borussen mit dem frühzeitigen Ausfall von Sebastian Cullmann, der wegen Kreislaufproblemen nach 17 Minuten raus musste, der Tempogeber fehlte. Dennoch boten sich Gelegenheiten für eine erneute Führung, doch weder Tim Klein (kam mit dem Kopf nicht ganz an den Ball, 21.) noch Kamil Czeremurzynski (scheiterte nach Sodji-Flanke am aufmerksamen Bohnenberger im Köllerbacher Tor, 24.) konnten das Leder im Netz unterbringen. Auf der anderen Seite bewahrte Philippe Persch sein Team vor einem Rückstand, als er im Duell gegen den frei vor ihm auftauchenden Issa Sieger blieb. Einen Hochkaräter versemmelte unmittelbar vor dem Pausenpfiff Tim Klein, der nach Flammann-Flanke aus kurzer Distanz den Ball über den Kasten jagte. Keine Frage: Ein 2:1 so kurz vor dem Seitenwechsel hätte den Seelen der Borussen auf dem Platz und auf den Rängen gut getan!

Björn Klos forderte seine Jungs in der Pausenansprache eindringlich dazu auf, „die Räume zwischen den Mannschaftsteilen besser zu besetzen, flach anzuspielen und dann aufzuziehen, um noch mehr Torgefahr zu erzielen und sich Möglichkeiten zu erarbeiten.“ Doch seine Mannschaft spielte allzu oft lange Bälle auf die Außenpositionen, was ziemlich wirkungslos verpuffte. Bei den ganz wenigen Kontern musste die Borussen-Defensive dabei höllisch auf Hut sein und hatte dabei auch etwas Glück, dass Fatuk Ljaic den nach einer durch Freund und Feind durchgerutschten Flankenball nur an den Pfosten setzte (54). Philippe Persch erwies sich wenig später gegen Enrico Saporito auf dem Posten (56.), ehe sich Tim Klein noch zwei Chancen boten (71. / 85.). Den Aufreger schlechthin hatte sich die Spielregie allerdings für die Nachspielzeit aufgehoben. Der eingewechselte Dominik Jost konnte sich im Zweikampf gegen Jerry Laloe durchsetzen, umspielte auch noch Keeper Moritz Bohnenberger und netzte ein – der Siegtreffer für die Borussen? Nein, denn der Unparteiische hatte den Schulterkontakt der beiden Kontrahenten als Offensivfoul gewertet, eine zumindest äußerst umstrittene Entscheidung, mit der sich Björn Klos allerdings nüchtern abfand: „Es wäre natürlich sehr schön gewesen, aber alles Klagen nützt nichts, der Schiedsrichter hat halt so entschieden.“ Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass der Trainer liebe Mühe und Not hatte, seine nach dem unmittelbar darauf erfolgten Schlusspfiff reichlich aufgebrachten Schützlinge vor möglichem Unheil zu bewahren.

„Die Bereitschaft der Mannschaft, sich für das schlechte Spiel in Siersburg zu rehabilitieren, war deutlich spürbar, aber das alleine reicht nicht. Andere, fußballerische Qualitäten gehören auch dazu, zum Beispiel Passpassagen, Laufwege und Durchschlagskraft. Und da waren wir einfach nicht gut genug“, befand Björn Klos, der insgesamt, „um ganz ehrlich zu sein, schwaches Spiel“ gesehen hatte und dieses auch nicht beschönigen wollte. Der Trainer zog auch den Vergleich zur Vorjahrespartie heran, als die Borussen die Sportfreunde mit 7:0 aus dem Ellenfeld gefegt hatte: „Acht Spieler aus diesem Spiel standen bei uns heute auf dem Platz, bei Köllerbach waren es sieben. Doch leistungsmäßig lagen Welten dazwischen“, so der Trainer. Überhaupt habe er den Eindruck, das fußballerische Niveau der Liga sei insgesamt gesunken. Ein Lob dagegen gab es für Niklas Allenfort: „Er ist rauf und runter marschiert und hat unheimlich viele Wege gemacht.“

Zwei Aufgaben gibt es nun in der folgenden Woche für die Borussen zu bewältigen: Zum einen die Vorbereitung auf die schwierige Aufgabe am kommenden Freitag beim SV Auermacher, der seine Topfavoriten-Stellung durch das 2:0 im Spitzenspiel bei der FSG Ottweiler-Steinbach eindrucksvoll untermauerte. Zum anderen die Verpflichtung von zwei Gastspielern, die zuletzt im Training dabei waren und beim Trainer einen guten Eindruck hinterlassen haben. „Sie könnten uns direkt weiterhelfen. An diesen Aufgaben werden wir intensiv arbeiten.“ (-jf-)

Statistik: Borussia – Sportfreunde Köllerbach 1:1 (1:1)

Borussia: Philippe Persch – Tim Braun, Daniel Schlicker, Marco Dahler, Tim Klein, Kamil Czeremurzynski, Niklas Allenfort, Julian Flammann, Tim Cullmann, Dylan Sodji, Sebastian Cullmann. – Trainer: Björn Klos.

Tore: 1:0 (2.) Marco Dahler, 1:1 (15.) Jan Issa (Foulelfmeter). – Zuschauer: 300. – Schiedsrichter: Nicolas Scherer (SG Saubach). – Gelbe Karten Borussia: Julian Flammann (21.), Tim Cullmann (72.).

1 Kommentar

  1. Es gilt in dieser Phase zu beißen – damit Tabellarisch nicht der Kontakt zu den ersten 3 Teams frühzeitig zu groß wird. Das Potenzial im Team ist da – es fehlt an den Erfolgsmomenten zur Zeit auch. Am Freitag gilt es bei der Übermannschaft der Liga zu bestehen und das Wappen der Borussia ehrenvoll zu präsentieren.

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