„Stolz darauf, im ehrwürdigen Ellenfeld anzutreten!“

Interview mit Rohrbachs Trainer Rüdiger Pfeifer / Kader des SVR jetzt breiter aufgestellt / Nur ein Saisonziel: Klassenerhalt

Unser Bild: Kameradschaft wird ganz groß geschrieben! Aufsteiger SV Rohrbach mit Trainer Rüdiger Pfeifer (ganz rechts) gastiert am Samstag (Anstoß: 16.00 Uhr) im Ellenfeld. (Das Foto wurde uns zur Verfügung gestellt vom SV Rohrbach – vielen Dank!)

Von Jo Frisch

Es war ein bemerkenswertes Anliegen, mit dem sich Rüdiger Pfeifer an die Redaktion der Website „fupa.net“ wandte. Der 57jährige Trainer des SV Rohrbach, am kommenden Samstag (16.00 Uhr) Gast im Ellenfeld-Stadion, will das Thema Bezahlung von Spielern und Trainern in der Saarlandliga ansprechen. Fast vom Stuhl sei er gekippt, so „Rü“ Pfeifer, als er gehört habe, dass schon Trainer der Bezirksliga 650 Euro im Monat bekämen. „Ich denke, dass man so langsam, aber sicher Spieler, Trainer, Vereine für das Thema sensibilisieren sollte. Dass man einsieht, dass die völlig übertriebene Bezahlung dazu führt, dass besonders die Vereine, auf die es letztlich ankommt, immer mehr abstumpfen. Sie bekommen erhebliche Probleme damit, die eigentlichen Werte an ihre Mitglieder, an die Gesellschaft und die Allgemeinheit weiterzugeben“, sagt der Rohrbacher Trainer. In Rohrbach gehen die Uhren anders. Der Verein, dessen Einnahmequellen auf vier Säulen ruht (Sportfest, Dorffest, Weihnachtsmarkt, Bickar & Wagner-Cup), zahlt kein „Handgeld“, lediglich kleine Aufwandsentschädigungen und – Siegprämien! „Diese hat im vergangenen Jahr, als wir Meister geworden sind, den Verein an seine finanziellen Grenzen gebracht“, erläutert der Spielausschussvorsitzende Renzo Ortoleva, „aber das haben wir natürlich gerne bezahlt.“ Zur sportlichen Situation vor der Partie gegen die Borussia nimmt SVR-Coach Rüdiger Pfeifer (RP), der selbst in jungen Jahren als Borussen-Fan mit seinem Vater ins Ellefeld pilgerte, im nachfolgenden Interview Stellung.

Herr Pfeifer, zunächst herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die Saarlandliga. Was bedeutet dieser Erfolg für den SV Rohrbach?

RP: Vielen Dank für die Glückwünsche für unseren Aufstieg in die Saarlandliga. Das ist bis jetzt in der Geschichte unseres Vereins der größte sportliche Erfolg.

Wie beurteilen Sie Ihren Kader und die Verstärkungen mit Blick auf die höchste Spielklasse des SFV?

RP: Der Kader wurde nach dem Aufstieg personell breiter aufgestellt, damit wir jederzeit in dieser Klasse eine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen können. Die Spieler identifizieren sich sehr mit ihrem Verein und geben bis jetzt alles. Die Breite des Kaders hat sich schon zu anfangs der Saison bewährt, da verletzungsbedingte Ausfälle, Schicht- und Wechseldienste und Urlaubsreisen entsprechen kompensiert werden konnten. Bei den neuen Spielern hat man den Eindruck, als wären sie schon mehrere Jahre bei uns.

Was erwarten Sie sich von der Saison in der Saarlandliga? Wie definieren Sie Ihr Saisonziel?

RP: Unser Saisonziel ist und muss ganz klar der Klassenerhalt sein. Das wäre die nächste Sensation, wie schon unser Aufstieg in die Saarlandliga.

Wie zufrieden waren Sie mit der Vorbereitung?

RP: Unsere Vorbereitung war, finde ich, der Liga angepasst. Sie verlief vor allen Dingen sehr harmonisch und diszipliniert. Ich bin auch jemand, der nicht übertreibt und weiß, wann ich mehr, bzw. weniger machen muss. Jedenfalls kann meine Mannschaft jedes Tempo mitgehen.

10 Punkte nach 8 Spielen – was hat Ihnen beim Saisonstart Ihrer Mannschaft bisher gefallen, was hat Ihnen nicht gefallen?

RP: Mit dem Saisonstart mit 10 Punkten sind wir natürlich zufrieden, das hätte mit Sicherheit niemand erwartet; insbesondere, weil die Punkte aus den Spielen gegen renommierte Mannschaften wie Elversberg 2, Homburg 2, Quierschied und Eppelborn stammten. Insbesondere das Spiel gegen Elversberg 2 ist jetzt schon legendär, da wir in den letzten 10 Minuten aus einem 0:2 Rückstand einen 3:2 Sieg machten. Die 10 Punkte kann uns auch keiner mehr nehmen. Die Bemerkung „nicht gefallen“ gibt es bei uns nicht; wir schauen immer nach vorne auf den nächsten Spieltag. Ich bin ein Trainer, der gerne lobt, jedoch eigentlich nie kritisieren muss, bzw. will.

Wie schätzen Sie den Gegner Borussia ein?

RP: Ich kenne die Mannschaft noch nicht, weil ich mir keine Spiele von gegnerischen Mannschaften anschauen gehe. Ich bin samstags dann meistens bei uns auf der Anlage bei Jugendspielen anzutreffen. Das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber ich mache den Trainerjob jetzt seit 22 Jahren und bin immer gut damit gefahren.

 Mit welchen Erwartungen bzw. Hoffnungen kommen Sie zum Spiel ins Neunkircher Ellenfeld?

RP: Zunächst einmal bin stolz darauf, dass wir als Dorfverein die Gelegenheit haben im ehrwürdigen Ellenfeld gegen Borussia Neunkirchen anzutreten. Ich selbst war mit meinem Vater früher Borussen-Fan und wir waren oftmals unter den 25.000 Zuschauern, die damals Woche für Woche dorthin pilgerten. Zum Spiel: Wir wissen schon, dass die Borussia aktuell den Anschluss an die Tabellenspitze nicht verlieren, bzw. durch Punktverluste gegen uns nicht gefährden möchte. Deswegen gehen wir davon aus, dass diese dafür alles tun wird. Wir treten jedoch nie mit der Einstellung an, dass wir mit einer knappen Niederlage oder einem Unentschieden zufrieden sind, sondern treten immer an, um zu gewinnen. Dass die Trauben im Ellenfeld für uns hoch hängen, wissen wir allerdings.

Bislang konnte der SV Rohrbach in der Fremde noch nicht punkten, geriet beim 1:6 in Köllerbach und beim 2:10 in Brebach gehörig unter die Räder. Zuhause dagegen agierte ihre Mannschaft bislang sehr stark und holte schon zehn Punkte, erst am letzten Wochenende gab es gegen Rehlingen die erste Heimniederlage. Wie erklären Sie sich diesen Unterschied?

RP: Natürlich hängen die Ergebnisse in den Heimspielen mit unserem gewohnten Rasenplatz zusammen, was ich allerdings nicht näher erläutern möchte. Auswärts müssen wir teilweise auf Kunstrasenplätzen antreten, den wir nicht so gewohnt sind, weil wir zurzeit über keine Möglichkeit verfügen zumindest darauf zu trainieren. Wir haben in Rohrbach als Ausweichplatz noch einen Braschenplatz und am Rasenplatz keine Flutlichtanlage. Von Oktober bis März trainieren wir deswegen ausschließlich auf dem Braschenplatz. Wie man sieht sind hier in Rohrbach schon diese genannten Rahmenbedingungen nicht saarlandligatauglich.

Was muss passieren, damit im Ellenfeld der/die erste/n Auswärtspunkte gewonnen werden?

RP: Das ist eine schwierige Frage momentan. Ich kann und will sie auch nicht beantworten. Ich könnte mir es einfach machen und sagen, dass wir 1:0 gewinnen müssten, aber das wäre zu blöd.

Herr Pfeifer, vielen Dank für das Interview – wir wünschen dem SV Rohrbach viel Erfolg bei seiner Premierensaison in der Saarlandliga!

RP: Dankeschön. Der Borussia auch viel Erfolg und alles Gute für die Saison.

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