Duell der „Fußballverrückten“ im Ellenfeld

Letzte Informationen vor dem Heimspiel der Borussia gegen den FV Eppelborn am Sonntag, Anstoß: 17.00 Uhr

Unser Bild: „Held des Tages“ beim letzten Gastspiel des FV Eppelborn im Ellenfeld war Vincenzo Accursio, der beim 2:2 beide Treffer für die Borussia erzielte – in dieser Szene blieb er vor FVE-Keeper Dennis Lissmann ganz cool und netzt, beobachtet von Kristof Scherpf (Nr. 17), zum 2:2 ein. (Archivfoto: -jf-)

Der Gegner aus Eppelborn ist mit dem Saisonstart zufrieden. „Mit sechs Punkten aus den drei Spielen der englischen Woche kann ich gut leben“, zieht Sebastian Kleer eine erste positive Bilanz. Zwei Heimsiege (2:0 FV Siersburg, 3:1 gegen Brebach) stehen auf dem Konto, auswärts verpennte der FV in Schwalbach den Start und verlor am Ende mit 0:2. Ins Rampenlicht rückte sich am letzten Wochenende ein Debütant: Jonas Sträßer, vor der Saison aus der A-Jugend der JFG Schaumberg-Prims verpflichtet durfte zum ersten Mal in der Startelf ran und belohnte das Vertrauen gleich mit zwei Toren. Damit avancierte der 19jährige zum Matchwinner! Jonas Sträßer ist einer von vielen neuen im roten Trikot. Denn nach dem Oberliga-Abstieg gab es im Illtal-Stadion einen großen personellen Umbruch: Neun Spieler haben den Verein verlassen, neun sind neu dazugekommen. Doch Trainer Sebastian Kleer kann dem auch positives abgewinnen: „Einen Umbruch in dieser Größenordnung sind wir im Illtalstadion nicht gewohnt, aber vielleicht ist das nach dem Abstieg gar nicht mal so schlecht. Denn viele neue Akteure sorgen auch für viel neue Motivation“, sagt der 38jährige, der seit 2019 das sportliche Szepter beim FV schwingt. Mit Jannis Gabler (SV Elversberg II), Dominic Altmeier (VfB Dillingen)und Gian-Luca Forkel (Rot-Weiß Hasborn) kam drei Kräfte neu hinzu, die bereits in Saarland und Oberliga-Erfahrung gespielt haben. Einen besonders dicken Fisch hat man sich mit Enis Saiti geangelt: Der 32jährige, der in der Jugend des 1. FC Kaiserslautern ausgebildet wurde, spielte zuletzt jeweils ein halbes Jahr beim FC Reimsbach und bei der SG Mettlach-Merzig, kann aber auf unheimlich viel Regionalliga-Erfahrung bei den Amateuren der Roten Teufel, bei Waldhof Mannheim, und Wormatia Worms verweisen und spielte auch schon in Luxembourgs erster Liga bei Fola Esch und Victoria Rosport. „Das bedeutet schon viel Qualität“, weiß Sebastian Kleer. Dazu gibt es mit Nicolas Jobst und Dominik Strauß zwei „interne“ Neuzugänge, die nach längeren Verletzungen in den Saarlandliga-Kader zurückkehren. „Wir wollen oben mitmischen“, hat Sebastian Kleer als Ziel für die neue Runde ausgegeben und ergänzt: „Ob es dann reicht, um direkt wieder aufzusteigen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel davon, ob wir verletzungsfrei durch die Saison kommen.“

Königstranfer für Eppelborn? Vom regionalligaerfahrenen Enis Saiti (hier noch im Trikot des SV Mettlach) erwartet FVE-Trainer Sebastian Kleer eine ganze Menge. (Foto: fupa.net)

Die Ausgangssituation ist dadurch gekennzeichnet, dass für beide Teams das Motto „Verlieren verboten!“ gilt, wenn die Verbindung zu den ersten Tabellenplätzen nicht verloren gehen soll. Sebastian Kleer bezeichnet die beiden kommenden Partien im Ellenfeld und anschließend zuhause gegen Saar 05 als „richtungsweisend. Mindestens eine davon müssen wir gewinnen“, so Eppelborns Coach. Die Borussen wollen nachlegen und den ersten Saisonsieg (3:1 in Hasborn) zuhause „veredeln“. Peter Rubeck erwartet beim Gast eine ganz besondere Motivation: „Wie bei allen, die ins Ellenfeld kommen und dort um ihr Leben rennen.“ Einen speziellen Reiz bezieht das Kreis-Derby auch daraus, dass Sebastian Kleer seinen alten „Chef“ Peter Rubeck herausfordert: Beide arbeiteten in der Spielzeit 2018/19 bei der DJK Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim zusammen. Für Sebastian Kleer waren es die ersten Schritte im Übungsleiter-Geschäft. „Ich konnte von Peter einiges für meine Tätigkeit als Cheftrainer mitnehmen“, urteilt der FVE-Coach heute respektvoll. Auch Peter Rubeck hat eine hohe Meinung von seinem ehemaligen Co-Spielertrainer: „Sebastian ist genauso fußballverrückt wie ich. Wir haben nach wie vor sehr guten Kontakt, tauschen uns telefonisch regelmäßig aus. Gut, diese Woche haben wir jetzt nicht telefoniert!“ Die Freundschaft der beiden wird am Sonntag ab 17.00 Uhr eine 90minütige Pause einlegen.

„Seht her, mein früherer Co-Spielertrainer in Ballweiler!“ Eppelborns Coach Sebastian Kleer (li.) und Peter Rubeck arbeiteten 2018/19 bei der DJK gemeinsam erfolgreich und treffen jetzt erstmals im Traier-Duell mit ihren Mannschaften direkt aufeinander. (Fotos: fupa.net / -jf-)

Personalsituation: Beim FVE fällt Akif Yilmaz wegen Kreuzbandriss auf absehbare Zeit aus. Die Borussen können personell aus dem Vollen schöpfen, auch Christoph Stemmler steht wieder zur Verfügung. „Wir haben unter der Woche gut trainiert und, wie ich glaube, wieder einen Schritt nach vorne gemacht“, so Peter Rubecks Eindruck. Der Coach hat die Qual der Wahl, die er auch ein „Luxusproblem“ nennt: „Im Abschlusstraining hatte ich 21 Spieler zur Verfügung, die allesamt, Neuzugänge wie arrivierte Spieler, überragend mitgezogen haben.“ Der unter der Woche nach Vertragsauflösung ausgeschiedene Fabian Scheffer hat mittlerweile einen neuen Club gefunden und sich dem Oberligisten FV Diefflen angeschlossen.

Die bisherige Bilanz in der Schröder-Liga-Saar ist seit 2018 ausgeglichen. In der Spielzeit 2018/19 siegten die Borussen im Ellenfeld mit 3:1, wurden aber im Rückspiel in Eppelborn mit 0:4 ordentlich „nass gemacht.“ Im September 2019 gab es ein gerechtes 2:2 im Ellenfeld. Seitdem trafen die Borussen und der FVE nicht mehr aufeinander.

Schiedsrichter der Partie ist Luca Schiliro. Dass der oberliga-erfahrene Referee ein Pflichtspiel mit Borussia-Beteiligung gepfiffen hat, liegt schon etwas länger zurück: Zum Saisonauftakt 2019 beim 1:3 in Quierschied war der gebürtige Italiener der Mann an der Pfeife. In der Wintervorbereitung Anfang Februar dieses Jahres leitete Luca Schiliro das Testspiel der Borussia beim FV Diefflen (2:1). Luca Schiliro assistieren an den Seitenlinien die Herren Gerd Hey und Yannick Huber. Borussia wünscht dem Schiedsrichter-Team eine gute Anreise und eine gelungene Spielleitung! (-jf-)

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