Die Wahrheit liegt auf dem Platz

Unser Bild: Nach dem 0:2 in Kirchberg auch als Tröster gefragt – Borussias Sportvorstand Gunther Persch versucht nach 90 heißen Minuten in Kirchberg, den traurigen Roman Torres wieder aufzurichten, hatte aber schon vor Wochen gemahnt, die Konzentration hoch zu halten. (Foto: -jf-)

Kaum ist der letzte Abpfiff ertönt, gehen die Gedanken der Vereinsverantwortlichen schon in Richtung Zukunft. Aber auch die abgelaufene Spielzeit wird reflektiert, Fehler angesprochen, Verbesserungsvorschläge diskutiert. Nicht anders bei der Borussia, die – wie schon 2018 – die Rückkehr in die Oberliga auf der Zielgeraden in der Aufstiegsrunde verpasst hat. Sportvorstand Gunther Persch hat sich dazu so seine Gedanken gemacht.

Schon lange vor Ende der Runde wussten die Borussen, dass ihnen die Relegation nicht mehr zu nehmen ist, da die SG Mettlach-Merzig als Spielgemeinschaft nicht aufstiegsberechtigt ist. Gut für die Planungen, gut für die Vorbereitung – könnte man meinen. Doch war das frühzeitige Wissen um die Teilnahme an den Aufstiegsspielen vielleicht sogar Gift? Die Tendenz der letzten Spiele in der Liga könnte in der Tat auf einen Spannungsabfall deuten. Die beiden Auswärtsspiele in Herrensohr (nach einer ganz schwachen 2. Halbzeit) und in Mettlach gingen verloren, zwischendrin gab es durch Vincenzo Accursios Last-Minute-Tor einen knappen Sieg gegen die U23 des FC Homburg. „Nach der Partie in Herrensohr habe ich die Spieler gewarnt. Es wird sie aus dem Konzept bringen, wenn man die Konzentration nicht hochhält“, sagt Gunther Persch, der bei der Nachbesprechung der 2:4-Niederlage in einigen Gesichtern gesehen zu haben meint, „dass sie glauben, schon etwas erreicht zu haben. Trotzdem hatten wir dank des glücklichen Sieges gegen Homburg immer noch die große Chance, das ausgegebene Ziel, Platz 2, zu erreichen.“

Diese Chance hatte Borussias Sportvorstand im Übrigen nach den zwei Auftaktpleiten zu Beginn der Frühjahrsrunde (jeweils 1:2 in Köllerbach und gegen Auersmacher) vorausgesagt: „Am letzten Spieltag werden wir die Gelegenheit bekommen, die Vizemeisterschaft aus eigener Kraft zu erreichen.“ Damit verbunden, so Gunter Persch, „die Chance, positive Energie zu sammeln, um als rechtmäßiger Teilnehmer die verdiente Relegation anzugehen. Selbstvertrauen, Mut, Entschlossenheit sowie unabdingbar der eigene Wille sind die Eigenschaften und Voraussetzungen, die man in solchen Spielen braucht. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich das nicht gesehen“, lässt der sportliche Leiter und ständige Mahner in seine Rückschau kritische Töne einfließen, spart aber nicht mit Komplimenten für das Umfeld im Ellenfeld: „Was haben unsere Fans, Anhänger und Mitarbeiter für eine tolle Basis geschaffen, um erfolgreich zu sein! Deshalb geht mein herzlicher Dank an alle Freunde, Anhänger und Unterstützer: Was ihr auf die Beine gestellt habt, war großartig. Es war wunderbar zu sehen, wie Fans unterschiedlicher Vereine, aber im Herzen vereint, zusammen die Mannschaft unterstützt haben. Es tut mir leid, dass wir euch das nicht zurückzahlen konnten“, notiert Gunther Persch auf facebook.

Ausdrücklich ausnehmen von seiner Kritik möchte der Sportvorstand aber Trainer Björn Klos: „Ich bedauere es sehr, dass wir ihm nicht den Abschied schenken konnten, den er verdient gehabt hätte.“  Des Trainers innovative und anspruchsvolle Trainingsarbeit, Fließ und Ehrgeiz wurde auch von Torhüter Philippe Persch bei einer mannschaftsinternen Verabschiedung nach dem Kirchberg-Spiel noch einmal herausgestellt: „Björn hat unter teilweise schwierigen Bedingungen eine sehr gute Arbeit geleistet und es über das Sportliche hinaus geschafft, Freundschaften aufzubauen, die über den Fußball hinausgehen.“

So bleibt Borussia letztlich nichts Anderes übrig, als in der kommenden Saison einen neuen Anlauf zu nehmen. Der Relegationsgegner TuS Kirchberg kann, so Gunther Persch, dabei durchaus als Vorbild dienen: „Ein Team mit größter Entschlossenheit, einer ganz starken Mannschaftsleistung, gepaart mit dem Willen, bis zum Umfallen für die Mitspieler zu laufen und zu kämpfen, hat am Ende das große Ziel erreicht. Mein größter Respekt gilt deshalb dem TuS Kirchberg. An unseren Spielern liegt es jetzt zu zeigen, dass die Wahrheit nicht in Worten, sondern auf dem Platz liegt“, appelliert Gunther Persch an die Mannschaft, die sich dabei der Unterstützung der Fans weiter sicher sein darf.

Komplimente an den Borussen-Anhang für die Gänsehaut-Atmosphäre hagelte es von allen Seiten. „Das Spiel am 16. Juni im Ellenfeld haben Eure überragenden Fans zu einem echten Erlebnis für unser Team gemacht, an das wir uns noch lange zurückerinnern werden. Danke dafür und alles Gute für die nächste Spielzeit. Gebt Gas und seht zu, dass Ihr den Aufstieg kommendes Jahr schafft. Denn wir sind uns einig: Euer Verein gehört einfach in die Oberliga“, kommentiert der SC Idar-Oberstein auf seiner Homepage. Bedauern wird auch geäußert aus Worms – Wormatia-Fan Helmut Weick schreibt: „Schade, sehr schade! Wir hätten es der Borussia so sehr gewünscht und gegönnt und denken noch gerne an die großen Südwest-Derbys zwischen unserer Wormatia und der Borussia zurück. Lasst den Kopf nicht hängen, dann halt im nächsten Jahr!“ Borussia-Fan Gabi Zwerch aus Bayern dankt „Trainer Björn Klos nochmals („Er hat Großes geleistet in Neunkirchen!“) und blickt nach vorne: „Man hat sich gut verstärkt. Peter Rubeck wird wieder eine starke Mannschaft präsentieren und vielleicht können wir wieder vorne mitspielen um den Aufstieg.“ Am besten dann natürlich ohne Relegation. Denn Aufstiegsrunden verliefen für die Borussia seit 1978, als man gegen TuS Neuendorf und Mainz 05 den Sprung in die damalige 2. Liga Süd schaffte, eher unglücklich … (-jf-)

7 Kommentare

    • Ich stimme unserem Sportvorstand Gunther Persch völlig zu.

      Er hat die letzten Saisonspiele absolut korrekt analysiert und die zukünftige Erwartungshaltung an Alle Borussen dementsprechend formuliert.

      Halten wir uns daran und unterstützen weiterhin unsere Borussia.

      In diesem Sinn
      Go Borussia Go

  1. Es ist wahr, aber ich wollte genau das schreiben, aber nachdem man mich 2x als Nörkler tituliert hat, aber ich den Kommentar unterlassen.
    Ich mache nun aber dem Vorstand den Vorwurf, dass er trotz dem Abflauen der Leistung in den letzten Ligaspielen am Trainer festgehalten hat. Es ist zwar ehrenhaft, (ich kann es verstehen) Klos nicht zu beurlauben, aber der Verein Borussia muss immer an erster Stelle stehen und da kann man sich keine emotionale Schwachheiten erlauben.

    Ich wollte die 130 km Fahrt nach Kirchberg auf mich nehmen, aber es war mir klar, der Fehler wurde gemacht und war nicht mehr zu beheben.

    • Wenn ich Deinen Kommentar so lese,stelle ich fest,daß Du noch nie ein Borusse warst und wohl nie einer werden wirst.Ohne Herr Persch und ohne Björn würde es die Borussia in dieser Form sicherlich nicht mehr geben.Das ist Fakt.Sie haben eine Mannschaft geformt in einer sehr schwierigen Zeit wo vieles passt.Wenn Unsere Stürmer ihre Torflaute noch abstellen sind wir mit dieser Truppe nur schwer zu Schlagen.Aber ich bin mir sicher,auch das bekommt Herr Persch noch geregelt.Wer Sonst?In diesem Sinne, komm mal öfter in Ellenfeld, vielleicht wirst Du ja noch ein echter Borusse.

  2. Auch ich werde ab und zu als „Nörgler, Besserwisser oder Querulant“ von einigen anderen Besserwissern aus dieser Borussen-Fangemeinde betitelt.
    Aber mir ist das im Grunde genommen sch…. egal.
    Man möge mir einige bissige Kommentare verzeihen; aber dass ist das Empfinden und die Realität rund um das Geschehen bei Borussia.
    Ich spreche oder schreibe es so, wie viele Andere das Geschehen um die Borussia auch so sehen aber nicht beschreiben möchten.

    Gunther Persch wird aus den Geschehnissen der letzten Spiele seine Rückschlüsse ziehen, gemeinsam mit dem neuen Trainer.
    Ich stimme zu, im offensiven Mittelfeld und im Sturm müssen wir unbedingt sportlich „nachlegen“. Tore sind die „Würze im Spiel“.
    Die Männer werden das bestimmt noch ausgiebig diskutieren …

    In diesem Sinn
    Go Borussia Go

  3. Es ist schon irre,was man so alles erzählt bekommt, wenn man Kritik an der Borussia übt ,es sind aber immer die gleichen,welche alles nur schön schreiben !
    An Herrn Persch gibt es nix zu rütteln, ausser halt fas Thema Trainer … Ich behaupte einfach einmal,hätte man drei Spieltage vor Schluss den Trainer gewechselt, wäre man jetzt Oberligist !!!
    Hätte z.b. letzte Saison der 1.FC Köln kurz vor Schluss nicht den Trainer gewechselt, wären Sie mit Sicherheit abgestiegen oder hätte Kaiserslautern nicht den Trainer gewechselt, wären Sie nicht auf gestiegen !!!

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