Abstimmen für Marco Dahler!

Das Tor des Borussen-Kapitäns zum 2:0 gegen die SG Mettlach-Merzig ist vom SR für die Wahl zum „Amateurtor des Jahres 2022“ nominiert worden

Es sah zunächst alles so unspektakulär aus. Nach energischer Balleroberung von Kamil Czeremurzynski geht Nico Purket auf Nummer sicher und leitet das Leder weiter zu Michael Müller im Mittelkreis, der spielt es zurück zu dem in der eigenen Spielhälfte postierten Marco Dahler. Eigentlich ist jetzt ein Neuaufbau des Spiels angesagt. Doch dann macht der Borussen-Kapitän das Ding scharf: Der 27jährige Abwehrchef hebt für Sekundenbruchteile den Kopf – das reicht, um mit Adleraugen zu erkennen, dass Mettlachs mitspielender Keeper Jonas Lucchi fast bis zum Elfmeterpunkt aus seinem Kasten herausgerückt ist. Aus mehr als 60 Metern fliegt der Ball wie an der Schnur gezogen Richtung gegnerisches Tor und schlägt rechts oben im Winkel ein. Jonas Lucchi macht sich im Rückwärtslaufen gaaaanz lang, kann das Leder aber nicht mehr erreichen. Indessen wird der Torschütze unter einer Traube jubelnder Mannschaftskameraden fast begraben.

Was sich am 19. November 2022 in der 38. Minute abspielte, besitzt durchaus Seltenheitswert. Und ist zurecht Anlass für den Saarländischen Rundfunk (SR), den Treffer, den Borussias Kameramann Heinz Petri aus den luftigen Höhen der Haupttribüne des Ellenfelds filmisch dokumentiert hat, in die Wahl zum „Amateurtor des Jahres 2022“ miteinzubeziehen. „Auch in Neunkirchen können sie tolle Tore schießen. Marco Dahler fasst sich ein Herz und trifft aus ca. 70 Metern gegen die SG Mettlach-Merzig“, wird der Treffer des Borussen-Kapitäns auf der SR-Website beworben. An die Situation kann sich Marco Dahler noch genau erinnern: „Bei Kamil Czeremurzynskis Balleroberung wollten einige Mettlacher Spieler ein Foul gesehen haben. Als ich dann den Ball bekam, habe ich gesehen, dass sie noch mit dem Schiedsrichter diskutiert, auf den angeblich gefoulten Mitspieler geschaut haben und dadurch in ihrer Konzentration abgelenkt waren. Zudem konnte ich aus den Augenwinkeln wahrnehmen, dass der Torwart ziemlich weit vor seinem Tor stand. Also habe ich einfach mal abgezogen“, erzählt der Kapitän, dem bewusst ist, „dass aber auch ein bisschen Glück dazu gehört, dass ich den Ball so treffe und er sich über den Torhüter hinweg senkt. Da hat halt alles zusammengepasst!“

Eingeschlagen hat es hinter Jonas Lucchi – Marco Dahlers 70-Meter-Geschoss senkt sich über Mettlachs Torwart zum 2:0 ins Netz – die Vorentscheidung im Spitzenspiel (oben). Sekunden nach dem „Coup“: Marco Dahler darf im Kreis der an seinem spektakulären Tor beteiligten Kameraden (v.l.) Kamil Czeremurzynski (Nr. 15), Michael Müller und Nico Purket (Nr. 16) zurecht jubeln, auch Tiziano Pompa (2. v. re.), der die Borussia zuvor mit 1:0 in Führung gebracht hat, freut sich (unten). (Fotos: -jf-)

Für Marco Dahler ist sein Treffer zum 2:0 gegen Mettlach „auf jeden Fall das schönste Tor der Karriere, das kann man schon so sagen.“ Zudem auch ein ganz wichtiges, vorentscheidendes Tor, dem der „Capitano“ nur zwei Minuten später per verwandeltem Foulelfmeter das 3:0 folgen ließ. Seit Sommer 2016, als er nach dem Regionalliga-Abstieg mit Saar 05 vom Kieselhumes ins Ellenfeld wechselte, ist Marco Dahler nun schon fester Bestandteil der Borussia, hat im schwarz-weißen Trikot in 158 Spielen (mit einer hohen Einsatzquote von 88,89 Prozent und insgesamt 10.280 Spielminuten!) 23mal eingenetzt. Seine Torjägerqualitäten hat er eigentlich erst im Ellenfeld entdeckt, war in der vergangenen Saison mit 7 Toren (unter 21 verschiedenen Torschützen!) gar vereinsinterner Torschützenkönig und ist auch in dieser Spielzeit mit 6 „Einschlägen“ (hinter Tim Klein, 8 Tore) offensiv bestens unterwegs. Darüber hinaus ist es für alle Borussen sehr beruhigend, in ihrem Kapitän einen sicheren Elfmeterschützen in ihren Reihen zu haben.

Natürlich würde der Innenverteidiger am Ende der Saison nur allzu gerne wieder in die Oberliga zurückkehren. Aus ihr musste er sich im Sommer 2017 ausgerechnet im Premiere-Jahr bei der Borussia verabschieden – der zweite Abstieg in Folge, nachdem er ein Jahr zuvor schon mit Saar 05 den Klassenerhalt in der Regionalliga verpasste. „Eine bittere Zeit“, blickt der Borussen-Kapitän zurück, weiß aber auch, „dass das damals im Gegensatz zum Oberliga-Abstieg mit der Borussia erwartbar war, denn für Saar 05 war die Regionalliga eindeutig ein, zwei Nummern zu groß.“ Auf der anderen Seite hat er auch schon die Erfahrung gemacht, wie sich ein Aufstieg anfühlt: Schließlich ist ihm mit der U19 des 1. FC Saarbrücken der Sprung in die Bundesliga geglückt! So ein Gefühl würde er am 28. Mai 2023 im Ellenfeld gerne noch einmal erleben – und genießen!

Dass Marco Dahler nun bei der Wahl zum „Amateurtor des Jahres 2022“ vertreten ist, bedeutet ihm viel, ist für den Führungsspieler, dessen Wort Gewicht hat, aber auch der verdiente Lohn für jahreslanges engagiertes und total zuverlässiges Arbeiten im Borussia-Trikot. Sogar noch ein zweites Mal ist das Ellenfeld in der Auswahl vertreten, allerdings mit einem Tor auf der anderen Seite: Mirco Zavaglias Hackentrick zum zwischenzeitlichen 1:1 im April (Endstand 2:1 für Borussia) war sogar für die Wahl zum „Tor des Monats“ in der ARD nominiert worden. Viele schöne Treffer, die in ihrer Qualität den Treffern der Profis in nichts nachstehen, wurden von den Vereinsvertretern für das Voting eingereicht, insgesamt zwölf sind es, die letztlich zur Wahl stehen – starke Konkurrenz, denn „es sind ein paar geile Buden dabei“, findet Quierschieds Sportvorstand Kai Berrang. Doch für alle, die es mit der Borussia halten, gibt es eigentlich nur eine Entscheidung: Abstimmen für Tor Nummer 7, abstimmen für Marco Dahler! (-jf)

Unter folgendem Link kann man (noch bis kommenden Freitag, dem 27. Januar) am SR-Voting zum „Amateurtor des Jahres 2022“ teilnehmen:

https://www.sr.de/sr/home/sport/amateurtor_des_jahres_2022_sportarena_abstimmung_100.html

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