2:0 – zweimal Tim Klein zum Arbeitssieg in Merzig

Unser Bild: Das Duell Patrick Abrusnikow (li.) und Tim Klein sollte nach 55 Minuten noch einmal für Aufregung sorgen … (Foto: -jf-)

In der Kürze liegt die Würze. Das dachte sich auch Christian Schübelin. „Gratulation zum Dreier! Gratulation zum `zu null´“! Sieben Worte, kurz und knackig – so seine Ansprache im traditionellen Mannschafskreis nach dem Spiel. Dann überließ der Trainer seine Jungs dem Siegestänzchen, dem ersten seit 3:0 bei der SG Marpingen-Urexweiler am dem 25. November letzten Jahres. „Mann des Tages“ beim 2:0 im Merziger Blättelborn-Stadion: Tim Klein. Borussias Nummer 9 war an allen drei entscheidenden Szenen beteiligt: Zunächst konnte er nach 55 Minuten nur durch einen Trikotzupfer von Patrick Abrusnikow gebremst werden. Die Folge: Mettlachs Abwehrspieler sah die rote Karte. Anschließend traf die Nummer 9 der Borussen zweimal ins Netz: Per Freistoß zur 1:0-Führung (71.), per Kopf zum 2:0-Endstand wenige Minuten später (76.). Ohne zu glänzen hatte Borussia am Ende die drei Punkte eingesackt und ihre beeindruckende Bilanz auf fremden Plätzen bestätigt: Das 2:0 bei der SG Mettlach-Merzig war im 12. Auswärtsspiel bereits der 9. Sieg!

Bernd Schwebach, der sportliche Leiter der Vereinigten aus Mettlach und Merzig, hatte im Vorfeld der Partie einen klaren Aufwärtstrend festgestellt: „Körpersprache und Mentalität der Mannschaft waren in den beiden ersten Spielen nach der Winterpause richtig gut. Das Team hat ein ganz anderes Auftreten als zuvor. Mit ein bisschen Glück hätten wir die beiden Spiele auch gewinnen können“, hatte er in der „Saarbrücker Zeitung“ erklärt. Die Effekte des Trainerwechsels (Michael Burger und Patrick Heinz hatten im Dezember Holger Klein abgelöst) waren denn auch von Beginn an deutlich zu sehen. Die Blauen agierten bissig in den Zweikämpfen, machten die Räume eng und erschwerten Borussia so das Aufbauspiel erheblich. Da auch die Borussen wenig zuließen, entwickelte sich eine erste Halbzeit mit viel Mittelfeldgeplänkel und wenig Gefahr signalisierenden Torraumszenen, die an einer Hand abzuzählen waren. Mettlachs „Nando“ da Silva hatte eine erste Torannäherung nach 5 Minuten, doch sein Ball strich knapp rechts am Tor vorbei. Tim Klein sorgte für die erste nennenswerte Offensivaktion der Borussen, traf aus der Drehung heraus das Leder aber nicht richtig. Die Weißen aus dem Ellenfeld ließen gegen aufmerksame Gastgeber zwar zeitweise den Ball gut laufen, suchten die Lücke, fanden sie aber nicht. Manche Ungenauigkeit im Spiel nach vorne ließ die eine oder andere viel versprechende Ausgangssituation verpuffen. Auf der anderen Seite setzte Peter Lauer einen Kopfball am Tor vorbei (21.), Hendrik Decherts Freistoß wurde von der Abwehrmauer der Borussen abgeblockt (28.), derselbe Akteur verfehlte aus spitzem Winkel das Tor (34.). Auch Nico Christmann zielte mit einem Distanzschuss zu hoch (36.). „Eine zähe Angelegenheit mit wenig Durchschlagskraft in der Offensive“, bilanzierte Borussias Teammanager Dirk Dollmann und stand mit dieser Meinung nicht alleine da. Die Gastgeber hatten unter dem Strich ein Chancenplus, allerdings ohne die zwingenden Möglichkeiten. „Da müssen die Jungs noch eine ordentliche Schippe drauflegen, wenn sie die drei Punkte mit ins Ellenfeld nehmen wollen“, war allenthalben im weiten Rund des Blättelborn-Stadions unter all denen, die es mit der Borussia hielten, zu hören.

… als Mettlachs routinierter Abwehrspieler (li.) den Borussen-Torjäger nur noch per Trikotzupfer zu bremsen wusste und dafür mit der roten Karte bestraft wurde (oben). Tim Klein dagegen freute sich wenig später mit Safyedine El Khadem und Marco Dahler über einen direkt verwandelten Freistoß über das 1:0 (unten). (Fotos: -jf-)

Mit den Klängen von „Hells Bells“ wollte die Stadionregie den Akteuren vor dem Wiederanpfiff wohl Beine machen. Marco Dahler kam nach einem Eckball zu einem ersten Abschluss, bekam aber nicht den nötigen Druck hinter seinen Schuss, so dass SG-Keeper Damir Becker zupacken konnte (52.). Die Höllenglocken läuten hörte dann Patrick Abrusnikow: Mettlachs Routinier wusste den nach einem Steilpass auf und davon eilenden Tim Klein nicht anders zu stoppen als durch die Textilbremse – Schiedsrichter Nicolas Scherer, der den kurzfristig zu einem anderen Einsatz abberufenen Maximilian Paul Schommer ersetzte, zückte konsequenterweise die rote Karte (55.). Richtig viel Platz gab es nach 69 Minuten, als Tim Braun und SG-Mittelfeldspieler Sven Schmitz aneinander gerieten und für zehn Minuten runter mussten. Das nutzten die Borussen jetzt aus und setzten die entscheidenden Schläge. Tim Kleins Freistoß aus über 20 Metern landete links oben im Mettlacher Tor, Keeper Damir Becker konnte dem exakt gezirkelten Schuss nur konsterniert hinterher schauen (71.). Ein paar Minuten später veredelte Borussias Torjäger ein gelungenes Kombinationsspiel zwischen Niklas Backes und Christoph Stemmler über die rechte Seite mit einem Kopfball, den er am Fünf-Meter-Raum stehend unten im kurzen Toreck zum 2:0 platzierte (76.). Dennoch: Die SG gab sich trotz Unterzahl noch nicht geschlagen hatte durch Sven Schmitz (85.) und Aaron Engeldinger (86.) noch zwei Gelegenheiten zum Anschluss, die der sichere Dominik Jost im Borussen-Kasten jedoch zunichte machte.

„In Halbzeit eins ging wenig“, so Christian Schübelin, der in seiner Spielanalyse einerseits dem Gegner anerkennend attestierte, „dass er wie schon in den letzten Spielen defensiv gut gestanden, sehr diszipliniert gespielt und kaum etwas zugelassen hat“, andererseits beim eigenen Team „viele Stockfehler und manche Probleme mit dem ersten Kontakt“ ausgemacht hatte, „durch die wir uns stellenweise selbst aus dem Spiel gebracht haben.“ Doch die Umstellungen zum Seitenwechsel hätten gefruchtet, „auch die Jungs von der Bank haben nochmal frischen Wind reingebracht. So hat sich das 1:0 langsam, aber sicher angebahnt. Dass dann letztlich eine Standardsituation als Dosenöffner diente, war irgendwie typisch für das Spiel und gehört auch dazu, wenn aus dem Spiel heraus nicht so viel geht. Es war ja im Übrigen nicht der erste Freistoß, den Tim Klein verwandelt hat“, sparte der Borussen-Coach nicht mit Lob für seinen Mittelstürmer, der eine gute Leistung mit seinen Saisontreffern 10 und 11 zu krönen wusste.

Während die Borussen nach einem Arbeitssieg mit den drei Punkten zurück ins Ellenfeld fuhren, durfte der Gegner trotz der Niederlage erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Der vom sportlichen Leiter Bernd Schwebach festgestellte Aufwärtstrend wurde zwar ergebnistechnisch ausgebremst, doch mit der engagierten Leistung vom vergangenen Samstag besteht die Hoffnung, dass die SG schon übermorgen im Nachholspiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, die SG Marpingen-Urexweiler, den ersten Sieg seit dem 19. November (2:1 in Reisbach) feiern kann. Für die Borussen heißt es, am kommenden Samstag gegen Köllerbach endlich auch einmal zuhause wieder zu überzeugen und zu punkten. Schließlich steht gegen die Sportfreunde nach dem deftigen 1:6 im Hinspiel noch eine Rechnung offen. (-jf-)

Statistik: SG Mettlach/Merzig – Borussia 0:2 (0:0)

Borussia: Dominik Jost – Tim Braun, Tim Cullmann, Marco Dahler, Nico Purket (ab 46. Niklas Backes), Christoph Stemmler (ab 84. Noureddine El Khadem), Nico Christmann, Dominik Cullmann (ab 46. Sayfedine El Khadem), Michael Müller (ab 61. Louis Cupelli), Dylan Sodji, Tim Klein (ab 84. Alexander Velikov). – Trainer: Christian Schübelin.

Tore: 0:1 (71.) Tim Klein, 0:2 (75.) Tim Klein. – Schiedsrichter: Nicolas Scherer (SG Saubach). – Zuschauer: 200. – Gelbe Karte Borussia: Marco Dahler (65.). – Zeitstrafe Borussia: Tim Braun (68.).

Unsere Bilder vermitteln Eindrücke vom 2:0-Sieg der Borussia im Blättelborn-Stadion bei der SG Mettlach-Merzig. (Fotos: -jf-)

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