Samstag zur besten Bundesligazeit: Borussia empfängt den Spitzenreiter

Die letzten Infos zum Topspiel gegen Auersmacher am Samstag im Ellenfeld (Anstoß: 15.30 Uhr)

Unser Bild: 12-25-8-4-17-7 – nicht die Lottozahlen vom Wochenende, sondern die Abwehr-Mauer des SV Auersmacher, in die sich bei einem Freistoß von Daniel Ruschmann auch Borusse Marvin Gabriel (mit erhobenem Arm) „hineingemogelt“ hat. (Foto: Jan-Sebastian Bach)

Von Jo Frisch

Das Hinspiel in der Vorrunde führte am siebten Spieltag mit Auersmacher und der Borussia den Tabellenvierten und den Drittletzten zusammen. Der SVA war noch unbesiegt, Borussia hatte mit dem 2:1 gegen Quierschied gerade den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht. Unter diesen Voraussetzungen war Mittelfeldspieler Marvin Gabriel mit dem 2:2 im Saar-Blies-Stadion grundsätzlich zufrieden, schränkte aber auch ein: „Mit der 2:1-Führung und ein bisschen Glück wäre mehr drin gewesen. Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen.“ In der Tat, denn schon nach drei Minuten lag Borussia hinten, als Christoph Fuhr in der Sturmmitte mit platziertem Flachschuss Philippe Persch keine Chance ließ. Aber Borussia, die sich zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison noch in der „Findungsphase“ befand, bewies Moral und kam nach 15 Minuten besser ins Spiel. Jens Kirchen setzte Philipp Hoffmann vor dem SVA-Tor so sehr unter Druck, dass diesem nichts Anderes übrigblieb, als die Kugel ins eigene Tor zu bugsieren. Daniel Ruschmann sorgte per Kopf nach Kirchen-Flanke kurz nach der Pause für Borussias 2:1-Führung, die aber nicht lange Bestand hatte. Denn nach Vorlage von Marvin Heid brachte Yannick Hoffmann den Ball zum 2:2 im Borussen-Tor unter. In einer ausgeglichenen Partie hatten beide Teams noch Chancen zum Sieg, so dass das Remis unter dem Strich als leistungsgerecht zu bewerten war. Auch in der diesjährigen Hallensaison trafen beide Teams schon aufeinander: Borussia siegte beim AHKW-Cup im Spiel um Platz drei mit 8:7 – die torreichste Partie des Turniers!

Die Ausgangssituation jetzt ist eine ganz andere: Dritter gegen Erster – mehr Spitzenspiel geht kaum! Mit Borussia und Auersmacher treffen die (laut Power-Ranking auf fupa.net) die zwei derzeit formstärksten Teams der Liga aufeinander. Und doch müssen beide Mannschaften erst mal die sicher nicht nach Wunsch verlaufenen Spiele vom vergangenen Wochenende aus den Köpfen bekommen. Auersmacher ließ in einem „Spektakel der besonderen Art“ (so der „Saar.Amateur“) auf eigenem Gelände gegen den SV Mettlach mit 5:5 zwei Punkte liegen, musste dabei aber am Ende froh sein, überhaupt einen Zähler gewonnen zu haben. 3:5 führten die Gäste bereits, hatten selbst nach dem Auersmacher Ausgleich in der Schlussphase mit ihrem Konterspiel die besseren Chancen zum Sieg. Bemerkenswert: Der SVA kassierte in einem Spiel fast so viele Gegentore (5) wie in den zehn aufeinander folgenden Heimspielen zuvor (7)! Gar ganz leer ging Borussia beim 0:3 in Quierschied aus, die Serie mit 13 ungeschlagenen Spielen unter Trainer Björn Klos war futsch, aber auch der Druck weg – denn bis dato war jeder Gegner heiß darauf, die Borussen-Serie zu knacken. Dennoch sollte Borussia punkten, um den Kontakt zur Spitze zu halten. Dort könnte es in am Sonntagabend „kuschelig eng“ werden: Gewinnt Borussia und verlieren die Quierschieder, die im Nachholspiel unter der Woche gegen den SC Friedrichsthal mit einem 1:1 den Sprung auf Platz 1 verpassten, beim extrem abwehrstarken SC Brebach (erst 25 Gegentore – Liga-Bestwert!), hätte ein Trio vorneweg 43 Punkte! Herrensohr (in Schwalbach) und Dillingen (zuhause gegen SG Lebach-Landsweiler) wären bei Siegen auf Schlagdistanz dran, gleiches gilt für den Gewinner des Verfolgerduells Friedrichsthal gegen Primstal. Für Hochspannung ist gesorgt!

Der Gegner: Der Traditionsklub von der oberen Saar blieb auch vor dieser Saison seiner Linie treu und verpflichtete mit Ausnahme des erfahrenen Sampres Singh (von Saar 05) nur talentierte und junge Leute aus der eigenen großen Jugendabteilung (ca. 200 Spieler!)  und der näheren Umgebung. Trainer Andreas Wellner wollte sein Team von Anfang an nicht unter Druck setzen und sah deshalb zunächst von der Formulierung eines konkreten Ziels ab: „Das formuliert die Mannschaft nach den ersten 7, 8 Spielen selbst, wenn wir sehen, wohin die Reise geht.“ Dass der Weg Richtung Titelgewinn führt, hatte außer Wellners Kollege Christoph Gläsner vom SV Mettlach keiner gedacht: Der Name Auersmacher fiel nicht, wenn über Meisterschaftsfavoriten gesprochen wurde. Mit ein Grund dafür möglicherweise das Fehlen eines „Stars“ in einer Mannschaft aus Akteuren, die meist schon länger in Auersmacher spielen und sich durch große Geschlossenheit und einen ausgesprochenen Appetit auf Tore auszeichnen: In sieben Saison-Spielen erzielte Auersmacher vier und mehr Tore!  Vor allem zuhause ist der SVA eine Macht: 39 Tore (3,5 im Schnitt pro Spiel) und 27 Punkte bedeuten Platz eins der Heimtabelle. Auch hoch eingeschätzte Team wie Köllerbach (6:0), Elversberg (6:1), Herrensohr (5:0) und Quierschied (4:0) bekamen das im Saar-Blies-Stadion zu spüren. Auf fremden Plätzen ging man nur in Brebach (1:3) und bei der FSG Bous (0:4) leer aus. So geht man in Auersmacher recht selbstbewusst davon aus, dass die Mannschaft auch aus dem Ellenfeld nicht mit leeren Händen zurückkehren wird: „Am nächsten Samstag geht es für den SVA zum Spitzenspiel nach Neunkirchen, wo für die Grün-Weißen auch etwas zu holen sein sollte“, heißt es auf der Vereins-Homepage. Im Gegensatz zum TuS Herrensohr würde man in Auersmacher den Sprung in die Oberliga wagen, sollte die Mannschaft die sportlichen Voraussetzungen schaffen. Mit dem Saarbrücker Kabelgroßhändler Faber Kabel, einem der größte Kabel- und Leitungsdistributoren Europas, steht dem Heimatverein von Jonas Hector ein zuverlässiger Partner zur Seite. Apropos Jonas Hector: Der Kölner Nationalspieler pflegt nach wie vor gute Kontakte in seine saarländische Heimat und nutzt jede Gelegenheit, bei Spielen des SVA seinen stürmenden Bruder Lukas (mit 14 Treffern bester Torschütze des SVA) vor Ort zu unterstützen!

Die Lage bei Borussia: Nachdem Anfang der Woche einige Stammspieler krankheitsbedingt fehlten, hatte Björn Klos im Anschlusstraining wieder alle Mann an Bord – lediglich Marco Dahler musste noch passen, sein Einsatz am Samstag ist fraglich. Jens Kirchen dagegen wird einsatzfähig sein; für Borussias Nummer zehn stand die Woche im Zeichen von Behandlung und Regeneration. „Die Vorsichtsmaßnahme, ihn in Quierschied draußen zu lassen, um nicht das Risiko einer langwierigeren Verletzung in Kauf zu nehmen, hat sich im Nachhinein als richtig erwiesen“, berichtet Björn Klos. Borussias Trainer hat zudem eine weitere Option auf der Bank: Yannick Bach, gegen Quierschied grippekrank, ist gesund und scharrt mit den Hufen! Dass die Niederlage in Quierschied nachhaltige Spuren hinterlassen hat, glaubt Björn Klos nicht: „Natürlich waren wir selbst am meisten enttäuscht über unsere Leistung. Wir haben das selbstkritisch aufgearbeitet, hatten gute Trainingseinheiten und wollen gegen den Spitzenreiter wieder die Mentalität auf den Platz bringen, die uns vor Quierschied monatelang ausgezeichnet hat. Die Jungs haben einen guten Charakter. Zusammen mit der Motivation, durch einen Sieg mit Auermacher punktemäßig gleichziehen zu können, stimmt mich das optimistisch, dass wir den Schalter umlegen können.“ Vor dem Gegner hat Björn Klos großen Respekt: „Auersmacher steht völlig zurecht da oben. Mein Kollege Andy Weller hat eine gute Mischung im Team, eine insgesamt sehr homogene Truppe, die sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und sicher auch ins Ellenfeld kommen wird, um zu gewinnen.“ Es ist angerichtet. Auf geht´s Borussia – mit der lautstarken Unterstützung der Fans gilt es jetzt, ab 15.30 Uhr alles in die Waagschale zu werfen, um die Punkte im Ellenfeld zu behalten!

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