Premierentor für Simon Schreibeisen

Borussia siegt beim FV Diefflen mit 2:1 / Björn Klos konstatiert „den angestrebten Fortschritt gegenüber der letzten Woche“ / Auch Neuzugang Fabian Scheffer kann überzeugen

Unser Bild: Starke Keeper – sowohl Philippe Persch (hier in einer Szene in Halbzeit eins) als auch Kevin Collofong (Halbzeit zwei) erwiesen sich als sicherer Rückhalt für die Borussen-Defensive in Diefflen.

Aller guten Dinge sind drei. Im Babelsberg-Stadion in Diefflen bestand die Borussia auch das dritte Testspiel gegen einen Oberligisten unbeschadet. Der 2:1-Sieg, zu dem Neuzugang Simon Schreibeisen und Dylan Sodji die Tore beisteuerten, war nach 90 Minuten verdient, auch wenn der Gegner in den letzten 20 Minuten gehörigen Druck aufbaute. Doch die Borussen-Defensive stand sicher und ließ nicht mehr als den 1:2-Anschlusstreffer zu. „Die Mannschaft hat das gut umgesetzt. Die Jungs haben stets versucht, die Situationen spielerisch zu lösen. Wir haben schöne, schnelle Spielzüge gesehen“, war Sportvorstand Gunther Persch am Ende zufrieden.

Ein besonders sehenswerter, schneller, ja geradezu perfekt herausgespielter Angriff führte nach 26 Minuten zum 0:1. Von der linken Abwehrseite aus landete das Leder über Sebastian Cullmann und Neuzugang Fabian Scheffer nach einem raumgreifenden Flankenwechsel auf dem rechten Flügel bei Christoph Stemmler, dessen genau getimte Hereingabe Simon Schreibeisen zur Borussen-Führung einnetzte – das Premierentor des Neuen von der SG Perl-Besch, der sich gut ins Spielsystem einfügte, so dass sich der kurzfristige Ausfall des erkrankten Kevin Saks nicht bemerkbar machte. Mit einer Energieleistung sorgte Dylan Sodji wenig später für das 2:0. Der wie immer sehr präsente Mittelfeldspieler eroberte mit aggressivem Forechecking noch in der Diefflener Hälfte den Ball und versenkte ihn nach kurzem Sprint mit aller Entschlossenheit im langen Toreck.

Mutterseelenalleine vor Diefflens Torwart Jonas Teixiera Da Costa sorgt Simon Schreibeisen (halb verdeckt von Dylan Sodji, Nr. 27) für Borussias Führung auf dem Babelsberg (oben) und nimmt anschließend die Glückwünsche von Sebastian Cullmann entgegen (unten).

Schon in der Anfangsphase sahen die Zuschauer ein munteres Spiel mit vielen Offensivaktionen und ein paar „wilden“ Szenen. Gleich dreimal gelang es dabei den Gastgebern, mit überfallartigen Angriffen die rechte Abwehrseite der Borussia zu überrumpeln – aber ohne Folgen. Auf der anderen Seite hatten Simon Schreibeisen und Sebastian Cullmann gleich zweimal die Gelegenheit zum ersten Tor, doch stellte sich irgendwie noch ein Diefflener Abwehrbein dazwischen. Als sich Quincy Henderson nach 12 Minuten auf der rechten Seite durchsetzte, fand seine Ablage in den Rücken der Abwehr keinen Abnehmer. Quincy Henderson, erstmals wieder im Team, hatte auch die nächste Chance, jagte das Leder nach feiner Vorarbeit von Fabian Scheffer knapp über das Diefflener Tor (15.). Die Gastgeber hatten bei einem Freistoß von Lukas Feka Pech – der noch leicht von einem Borussen-Bein abgefälschte Ball rauschte von der Latte ins Toraus. Kurz vor der Pause hatte Simon Schreibeisen das 3:0 auf dem Fuß, verzog aber, durch schöne Vorarbeit von Fabian Scheffer und Dylan Sodji in gute Schussposition gebracht, knapp über die Latte.

Die Pausenführung spiegelte den Spielverlauf durchaus wider. Die Borussen hatten das Heft nach einer kurzen Findungsphase zu Beginn mehr und mehr in die Hand genommen und sich einige gute Möglichkeiten herausgespielt. Auffällig dabei die umtriebigen Mittelfeldakteure Dylan Sodji und Fabian Scheffer, die sich sehr agil und immer anspielbar präsentierten.

Stramm unterwegs zum 0:2 ins Diefflener Netz ist der Schuss von Dylan Sodji (oben) – anschließend große Freude bei allen Borussen (unten).

Diefflen, das ohne den noch in Urlaub befindlichen Fabian Poß angetreten war, kam nach dem Seitenwechsel mit deutlich mehr Druck aus der Kabine, griff nun früher an und machte den Borussen so das Aufbauspiel schwerer. Die sorgten dennoch für den ersten Aufreger, als Simon Schreibeisen beinahe den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Torwart der Gastgeber überlistet hätte – doch das Geschoss der Nummer 22 im Borussia-Trikot landete nur an der Querlatte. Nach knapp einer Stunde hätte Vincenzo Accursio alles klar machen können, doch der Stürmer zielte nach schöner Kombination über Niklas Allenfort und Fabian Scheffer nur um Haaresbreite am Tor vorbei. Die Gastgeber erhöhten dann die Schlagzahl und kamen folgerichtig nach 72 Minuten zum Anschluss: Fatih Günes tauchte nach einem Schnittstellenpass alleine vor Borussen-Keeper Kevin Collofong auf, der gegen den geschickten Lupfer machtlos war – nur noch 1:2. Gegen den druckvollen Oberligisten, der unbedingt den Ausgleich wollte, kam Borussia jetzt kaum noch zu Entlastungsangriffen, die Bälle wurden nicht mehr festgemacht und kamen schnell wie eine Flipperkugel immer wieder zurück in die Gefahrenzone, wo die Borussen-Abwehr aber nach wie vor umsichtig agierte und in der Box stets Herr der Lage war. Als der wieder viel Sicherheit ausstrahlende Kevin Collofong nach 87 Minuten einen wuchtigen Schuss von Marvin Guss aus spitzem Winkel per Faustabwehr entschärft hatte, stand dem 2:1-Achtungserfolg der Borussia nichts mehr im Wege.

„Jungs, das war 65 Minuten lang eine richtig gute und starke Vorstellung. Ein klarer Fortschritt gegenüber dem Spiel am vergangenen Samstag“, lobte Björn Klos seine Mannschaft im traditionellen Spielerkreis nach den 90 Minuten. Weniger gefallen hat dem Borussen-Coach die Schlussphase, in der Kraft, Konzentration und Spielfluss ein bisschen verloren gegangen waren – auch bedingt durch die zahlreichen Auswechslungen. Andererseits war Björn Klos sehr froh, wieder mehr Alternativen zur Verfügung zu haben: Eine Auswechselbank, die fast zu klein war – das hat es schon länger nicht mehr gegeben. Besonders zufrieden war Borussias Übungsleiter mit seinen beiden Neuen Fabian Scheffer und Simon Schreibeisen – letzterer wurde im Übrigen von den Usern des online-Magazins fupa.net zum „Spieler des Spiels“ gewählt.

Getrübt wurde die Partie bei eisiger Kälte im Babelsberg-Stadion durch die schwere Verletzung des Diefflener Ersatztorhüters Max Waltereit – die Nummer 33 war nach der Pause gerade eine Minute im Einsatz, als er sich bei einem unglücklichen Zusammenprall das Knie verdrehte und minutenlang auf dem Platz behandelt werden musste, ehe er (mit Verdacht auf Kreuzbandriss) ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Borussia wünscht dem 24jährigen Keeper alles Gute und baldige Besserung! Auf Borussen-Seite beklagte Christoph Stemmler nach einem Zweikampf eine schwere Prellung am rechten Unterschenkel, wo die Abdrücke des gegnerischen Schuhwerks sichtbar waren. „Wir hoffen, dass es nichts Schlimmeres ist“, so Björn Klos, der seinen wie immer fleißigen Außenbahnspieler vorsichtshalber zur Halbzeit auswechselte.

Mit dem 2:1 beim FV Diefflen knüpften die Borussen übrigens an die letzte Liga-Partie zwischen beiden Mannschaften an. Am 13. Mai 2017 hatte Borussia mitten im Oberliga-Abstiegskampf mit dem 3:1 auf dem Babelsberg (Tore: Godmer Mabouba, Jens Kirchen, Tim Cullmann) für ein kurzzeitiges Aufflackern der Hoffnungen gesorgt, ehe eine Woche später beim 0:1 gegen den FSV Salmrohr die Oberliga-Lichter ausgingen. (-jf-)

Statistik: FV Diefflen – Borussia 1:2 (0:2)

Borussia: Philippe Persch (ab 46. Kevin Collfong) – Niklas Allenfort, Tim Braun, Marco Dahler (ab 76. Kamil Czeremurzynski), Christoph Stemmler (ab 46. Joshua Penth), Sebastian Cullmann (ab 46. Akim Soulemana), Fabian Scheffer (ab 76. Tim Klein), Daniel Schlicker, Simon Schreibeisen (ab 84. Connor Harding), Dylan Sodji, Quincy Henderson (ab 46. Vincenzo Accursio). – Trainer: Björn Klos. – Co-Trainer: Özal Acar.

Tore: 0:1 (23.) Simon Schreibeisen, 0:2 (32.) Dylan Sodji, 1:2 (72.) Fatih Günes. – Schiedsrichter: Luca Schilirò (SV Hermann-Röchling-Hütte). – Zuschauer: 80.

Unsere Bilder vermitteln weitere Eindrücke vom 2:1-Sieg der Borussia im Stadion Babelsberg.

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