Pokalkampf um Preußens Gloria

Letzte Infos vor dem Spiel der Borussia auf dem Merchweiler „Haldy“ (Mittwoch, 19.00 Uhr) / Begegnung zweier zuletzt „angeschlagener“ Teams / Der Einzug ins Viertelfinale winkt – auch finanziell ein lukratives Ziel

Von Jo Frisch

Preußen gegen Borussia. Merchweiler gegen Neunkirchen. Ein echtes Derby, das die Auslosung zum Achtelfinale des diesjährigen Sparkassen-Pokals Saar zu Tage gefördert hat. Manch einer hat sogar den festen Glauben, dass da der wenige Tage vor der Auslosung leider verstorbene Bundesliga-Torwart der Borussia, Horst Kirsch, dessen Heimatclub die Preußen waren und der bis zuletzt in Merchweiler lebte, seine Finger im Spiel gehabt habe. „Da hat Horst Kirsch mitgewirkt“, notierte Patrick Weydmann auf Borussias facebook-Seite, und Ralf Hoffmann versteht die Pokalpartie sogar als „ein Erinnerungsspiel für de Horschd“. Für wen die Torhüter-Legende aus dem Ellenfeld da wohl die Daumen gedrückt hätte? Das bleibt reine Spekulation. Doch von höherer Warte aus wird sich Horst Kirsch vielleicht doch interessiert anschauen, welche Mannschaft im Kampf um Preußens Gloria die Marschmusik angibt. Hier die letzten Informationen vor dem Spiel, das am Mittwoch um 19.00 Uhr auf dem Merchweiler „Haldy“ angepfiffen wird.

Der Gegner: Nachdem 5. Platz in der vorherigen Saison der Verbandsliga Nordost gab es bei den Preußen im Sommer einen personellen Umbruch. Acht Spieler, darunter auch Stammkräfte, haben den Club verlassen, neun Neue wurden geholt, einer kam aus der eigenen Jugend. Zudem präsentierten die Preußen mit Alexander („Sascha“) Ogorodnik (von Palatia Limbach) auf der Trainerbank den Nachfolger von Peter Müller, der aus familiären Gründen aufgehört hatte. Aus der Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern eine Einheit zu formen – das war die Aufgabe des neuen Coaches. „Von heute auf morgen ist das nicht zu bewerkstelligen“, so Teammanager Peter Hornung, der sich bei der Zielvorgabe für die neue Spielzeit auch schon „mit einem einstelligen Tabellenplatz“ zufrieden geben wollte. Doch die Preußen kamen zu Saisonbeginn einfach nicht in die Gänge, mussten bis zum achten Spieltag auf den ersten „Dreier“ (1:0 gegen Aufsteiger SG Bostalsee) warten. Nach 15 Spieltagen standen nur drei Siege auf dem Konto, die Preußen auf einem Abstiegsplatz! Die Konsequenz: „Der SV Preußen Merchweiler und sein bisheriger Trainer Alexander Ogorodnik trennen sich in beiderseitigem Einvernehmen.“ Diese Pressemitteilung ging am 5. November, einen Tag nach der 2:5-Niederlage bei Hellas Bildstock, an die Medien heraus. „Mit unserem bisherigen Abschneiden in der Runde können wir nicht zufrieden sein. Wir befinden uns mitten im Abstiegskampf und brauchen neue Motivation für die Mannschaft, um wieder Anschluss ans Mittelfeld zu finden“, so der Vorsitzende Peter Scheidhauer. Interimsmäßig haben Thomas Bost und Kapitän Valentin Meiser die Trainingsleitung übernommen. Doch auch sie konnten im ersten Spiel noch nicht in die Erfolgsspur zurückfinden: Die Preußen unterlagen zum Rückrundenstart am vergangenen Wochenende auf eigenem Platz dem unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf, der SG Thalexweiler-Aschbach, mit 1:2.

Die Ausgangssituation: Natürlich ist die klassenhöhere Borussia in Merchweiler Favorit. Doch auch im Ellenfeld lief es zuletzt nicht rund. In Herrensohr und Mettlach zogen die Borussen, allerdings personell aus dem letzten Loch pfeifend, ohne eigenen Treffer den Kürzeren. „Mit sieben Ausfällen ist es derzeit schwierig, ein schlagkräftiges Team zusammenzubekommen. Aber nach zwei Niederlagen in der Liga wollen wir nun im Pokal an unserer Reputation arbeiten. Ein Weiterkommen wäre für das Selbstbewusstsein, aber auch aus finanzieller Sicht wichtig“, sagt Trainer Björn Klos im Vorfeld der Partie. Ganz ähnliches gilt auch für den Gegner. Das Erreichen des Viertelfinales im Saarlandpokal wäre für die Preußen ebenfalls eine Quelle, aus der neues Selbstvertrauen geschöpft werden kann. Nach dem 5:2 in der letzten Runde gegen den SSV Überherrn war es jedenfalls gelungen, den Pokalschwung mit in die Meisterschaftsrunde zu nehmen: Die Preußen holten in Freisen (2:2) einen Punkt und gewannen anschließend zuhause gegen den 1.FC Lautenbach (3:2). Borussia ist jedenfalls gut beraten, den Nachbarn nicht an den Leistungen der Liga zu messen. Denn im Pokal haben die Preußen bislang ein ganz anderes Gesicht gezeigt!

Borussias Pokalhistorie kann sich sehen lassen. Gemeinsam mit dem 1. FC Saarbrücken führen die Klos-Schützlinge die Statistik mit den meisten Pokalsiegen (7) an. Gleichzeitig ist Borussia das Team mit den meisten Final-Teilnahmen (12). Den ersten Titel errrang die Borussia 1978 in Eppelborn mit einem 5:1 gegen den SV Saar 05. Der letzte Cup-Sieg liegt jetzt aber auch schon 15 Jahre zurück: Im Sommer 2003 holte die Mannschaft aus der Hüttenstadt den Pokal in Elversberg mit einem 1:0 gegen den Rivalen FC Homburg. Der Lohn: In der ersten DFB-Pokalhauptrunde waren die Bayern zu Gast im Ellenfeld!

Das letzte Spiel zwischen beiden Teams gab es im Rahmen der Sommervorbereitung. Auf dem Merchweiler „Haldy“ siegte Borussia im ersten Testspiel durch Treffer von Daniel Ruschmann (2), Kevin Saks, Testspieler Bruno Casais sowie einem Eigentor der Preußen mit 5:1.

Schiedsrichter der Partie ist Luca Schiriló. Der 21jährige, der seit 2012 als Unparteiischer wirkt und für den SV Hermann-Röchling Hütte in der Schiedsrichter-Gruppe Saarlouis pfeift, hat im vergangenen Jahr bereits Borussias Pokalspiel beim TuS Wiebelskirchen (11:0) und in dieser Saison die Heimspiele gegen die FSG Ottweiler-Steinbach (3:1) und den FC Rastpfuhl (2:2) geleitet. Durch herausragende Leistungen konnte sich Luca Schirilò in den letzten beiden Jahren einen beachtlichen Aufstieg (2017 in die Saarlandliga, 2018 in die Oberliga) erarbeiten. In Merchweiler wird er an den Seitenlinien durch die Assistenten Gerd Hey und Yannick Huber unterstützt. Borussia wünscht dem Schiedsrichterteam eine erfolgreiche Spielleitung!

Die übrigen Paarungen des Achtelfinales:

Mittwoch, 14.11., 19.00 Uhr: SG Lebach-Landsweiler – FSV Jägersburg / SC Roden – SV Elversberg / SV Auersmacher – Saar 05 / SV Altstadt – SV Britten-Hausbach / SV Mettlach – SV Röchling Völklingen

Donnerstag, 15.11., 19.00 Uhr: FV BIesingen – FSG Bous

Samstag, 17.11., 14.15 Uhr: 1. FC Saarbrücken – FC Homburg

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