Ein engagierter Borusse ist 75!

„Familie, Borussia und Musik!“ Wenn man Joachim Weber fragt, welche drei Dinge sein Leben, neben der beruflichen Tätigkeit als Angestellter bei verschiedenen Behörden, entscheidend geprägt haben, dann kommt diese Antwort wie aus der Pistole geschossen. Dass der engagierte Borusse, der am vergangenen Samstag, Geburtstag feierte, trotz seiner nunmehr 75 Jahre nach wie vor lebendig und aktiv Anteil nimmt am Leben in Neunkirchen und darüber hinaus, hat sicher auch was mit seiner langjährigen Aufgabe als Jugendleiter im Ellenfeld zu tun: „Eine tolle Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte und die mich bis heute jung hält!“

Neun Jahre waren die Geschicke der Borussen-Jugend in seinen vertrauten Händen. Mit vielen Erfolgen! „Hinter dem FCS waren wir im Saarland durchaus auf Augenhöhe, waren mit der A- und B-Jugend in der Regionalliga unterwegs und in allen Altersklassen gleich mit zwei Mannschaften am Start, darunter mit bis jetzt noch erfolgreichen Spielern wie Hendrick Zuck und Mike Frantz“, wirft Joachim Weber einen frohen Blick zurück. Bei der Erinnerung an einen Sonntag wird ihm dabei ganz besonders warm ums Borussen-Herz: „Vormittags haben wir mit unserer A2-Jugend bei Rot-Weiß Hasborn 4:1 gewonnen. Von dort ging es gleich weiter in den Ludwigspark nach Saarbrücken, wo unsere A1-Junioren den Tabellenführer 1. FCS mit dem gleichen Ergebnis regelrecht entzaubert haben – ein unvergesslicher Tag! Das Rückspiel haben wir zwar unglücklich mit 2:3 verloren, hatten aber an einem Sonntagvormittag mit über 500 Zuschauern eine für den Jugendbereich sensationelle Kulisse im Ellenfeld.“ Nachhaltig im Gedächtnis sind auch zahlreiche Weihnachtsfeiern, die Joachim Weber für die Borussen-Jugend organisiert hat. Wie es bei einem Musik-Fan wie ihm nicht anders sein kann: Mit Live-Musik und einer meist sehr hübschen Sängerin. Joachim Weber wusste eben, was bei den Jungs gut ankam!

Selbst Fußball gespielt hat er nur in der Jugend bei Borussia Spiesen – dort gemeinsam mit Borussias späterem Stürmer Ludwig Lang. Eine Verletzung am Schienbein sorgte für das frühzeitige Ende seiner aktiven Karriere, konnte aber seine Begeisterung für das runde Leder nicht schmälern. Klar, dass Joachim Weber die Bundesliga-Spiele in den 60er-Jahren im Ellenfeld live verfolgt hat. „Eine unglaubliche Atmosphäre. Nicht nur im Stadion, sondern in der ganzen Stadt, die wie ein Mann hinter ihrer Borussia gestanden hat. Ich erinnere mich beispielsweise an ein Spiel gegen den HSV, der mit Uwe Seeler und weiteren Nationalspielern angereist kam und dann mit 3:1 geschlagen wurde!“ Wenn Joachim Weber davon erzählt, bekommt er heute noch Gänsehaut.

Anfang der 80er-Jahre stieg er über Dr. Hans Bauer dann in die aktive Vereinsarbeit ein und betätigte sich in der Redaktion des Stadionmagazins „Blick ins Ellenfeld“ lange Zeit „mit großer Freude“. Viel Spaß machte ihm auch das soziale Engagement. Denn Mitte der 90er-Jahre standen im Ellenfeld einige Spieler mit Migrationshintergrund auf dem Platz, um deren Betreuung sich Joachim Weber auch außerhalb des grünen Rasens kümmerte. Elvir Melunovic gehörte ebenso dazu wie Nigerias Nationalspieler Ojokojo Torunarigha, dessen Sohn Jordan heute bei Hertha BSC in der Bundesliga kickt. Der Grund für die „soziale Ader“ weiß Joachim Weber gleich zu nennen: „Im sozialen Bereich hat mich meine Tätigkeit bei der Kreispolizeibehörde stark geprägt. Die Hütte hatte damals Hochkonjunktur, viele unter den Beschäftigten waren Gastarbeiter, zu denen auch gute menschliche Beziehungen gepflegt wurden.“

Weniger Spaß bereitete Joachim Weber dagegen die Tätigkeit im Vorstand zur Zeit der ersten Insolvenz: „Da hat nach und nach jeder das Handtuch geworfen, so dass ich als Jugendleiter ein paar Wochen lang als einziger die Borussen-Fahne hochgehalten habe“, weiß er zu erzählen. Doch auch aus diesem „Tal der Tränen“ kam Borussia wieder heraus. Im permanenten Auf und Ab der traditionsreichen und bewegten Borussen-Historie ist Joachim Weber noch ein Highlight ganz besonders in Erinnerung geblieben: Die Südostasienreise Anfang 1988 nach Singapur, Malaysia und zur Trauminsel Bali, von der Mannschaft und Freunde der Borussia „sportlich und menschlich unvergessene, einmalige Erlebnisse“ mit ins heimatliche Saarland brachten. Im Jubiläumsmagazin „Mythos Ellenfeld – 100 Jahre Borussia Neunkirchen“ hat Joachim Weber in einem Beitrag seine Eindrücke festgehalten.

Bis heute ist das „Geburtstagskind“ seiner Borussia eisern treu geblieben, fiebert bei jedem Spiel, bei Wind und Wetter im Ellenfeld mit Björn Klos und seinen Jungs. Auf den aktuellen Borussen-Coach hält er ganz große Stücke: „So einen Trainer haben wir lange nicht mehr gehabt! Er kommt beim Team und bei den Fans gut an, strahlt Optimismus aus. Ein Realist und kein Sprücheklopfer, ein akribischer Arbeiter, der die Mannschaft weiterbringt und besser macht.“ Kontinuität auf der Trainerbank ist für Joachim Weber ein ganz wichtiger Faktor, „damit die Borussia wieder einen guten Namen bekommt.“ Anteil daran hat für ihn auch der augenblickliche Vorstand: „Ein Vorstand, der zusammenhält und dem wir vertrauen können. Keiner stellt sich selbst in den Vordergrund.“ Und so ist Joachim Weber für die Zukunft ziemlich positiv gestimmt, auch wenn er sich – wie alle Borussen – „sehr danach sehnt, dass es nach der langen Corona geschuldeten Pause bald wieder weitergeht.“

Bis es soweit ist, hat Joachim Weber mehr Zeit für Familie und Musik. Auf seine Söhne darf er dabei zurecht stolz sein: Der eine, Guido, lebt und arbeitet nicht weit weg in Saarbrücken als Freiberufler, der andere, Lukas, hat in der Jugend  unter Trainer Jens Kiefer auch das Borussen-Trikot getragen und ist nach zwei Jahren New York in Zukunft in Berlin im Bereich Kommunikationsdesign tätig. Ebenso wie die Liebe zur Borussia ist Joachim Webers Zuneigung zur Blues- und Rockmusik ungebrochen. „Als einer der ganz wenigen Neunkircher hatte ich das Glück, am 24. Juni 1966 in der Essener Gruga-Halle die Beatles live zu sehen. Im Vorprogramm traten damals `The Rattles´ und die `Moody Blues´ auf“, weiß er noch haargenau zu berichten. Auch für „The Lords“ konnte er sich damals begeistern. Viele Künstler hat er in der Saarlandhalle in Saarbrücken erlebt, darunter auch Udo Lindenberg. Der feiert im Übrigen heute, am 17. Mai, zwei Tage nach Joachim Weber ebenfalls Geburtstag, ebenfalls den 75.!

Die Borussia gratuliert Joachim Weber zum Ehrentag und bedankt sich ganz herzlich für sein jahrelanges Engagement und das große Borussen-Herz, das bis auf den heutigen Tag im schwarz-weißen Takt schlägt. Mit dem Dank verbindet die Borussia alle guten Wünsche für das neue Lebensjahr: Gesundheit, Glück, Zufriedenheit! Ad multos annos, Joachim Weber! (-jf-)  

1 Kommentar

  1. Lieber Joachim,
    ich wünsche Dir zu Deinem 75. Geburtstag alles Gute. Bleib gesund und behalte unsere Borussia in Deinem Herzen. Du weißt, für mich bist Du der derzeit größte lebende Borusse und wie unser Ellenfeld eine Konstante der Borussia!
    Gruß aus Lautzkirchen
    Jens Kelm

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