Cupelli-Elfer raubt Borussia den Sieg

Unser Bild: Akrobatische Einlage von Tim Klein, doch Borussias Nummer 9 zielt nach Stemmler-Vorlage leider zu hoch – das wäre ein sehenswertes Tor gewesen! (Foto: -jf-)

Wer nach den 90 Minuten im Regen von Steinbach in die Gesichter der Borussen, die sich im Mannschaftskreis versammelt hatten, schaute, konnte feststellen: Sie waren alle enttäuscht. Die drei Punkte schienen schon im Gepäck verstaut, als Niclas Zemke eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit unmissverständlich auf den ominösen Punkt zeigte. Was war passiert? Borussen-Keeper Maximilian Strack hatte, unterstützt von Christoph Stemmler, gegen den anstürmenden Dustin Lill nach dem Ball gegriffen, der FSG-Stürmer fädelte geschickt ein – ein Strafstoß der Marke „Kann man geben“ war die Folge. Luis Cupelli, der erst kurz zuvor nach einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe auf den Platz zurückgekehrt war, ließ sich die Chance nicht entgehen und hämmerte das Leder mit einem entschlossenen Schuss, der seiner wuchtigen Gestalt entsprach, unter die Latte.

Elfmeter oder nicht? Dustin Lill (Nr. 9) kommt im Kampf um den Ball mit Torwart Maximilian Strack zu Fall – Schiedsrichter Niclas Zeke zeigt auf den Punkt. (Foto: -jf-)

1:1 – das vierte Remis im fünften Gastspiel der Borussia auf der Steinbacher Trift, beide Teams müssen sich weiter in Geduld und Hoffnung auf den nächsten Dreier üben. Die Gastgeber sind jetzt seit sechs Spielen, die Borussen seit drei Partien sieglos. Dabei hätte der Spielfilm durchaus einen verdienten Sieg der Männer um Kapitän Marco Dahler hergegeben. Denn die hatten vor allem in der ersten Halbzeit deutlich mehr Spielanteile und auch die besseren Torchancen.  Das begann nach zehn Minuten, als der emsige Christoph Stemmler, auf der rechten Seite von Simon Schreibeisen in Szene gesetzt, mit einem harten Flachschuss das lange Eck des Steinbacher Tores nur knapp verfehlte. Eine Viertelstunde war gespielt, als der Ball im Netz von FSG-Keeper Sascha Seiwert zappelte – aber beim Kopfball von Tim Klein, der eine Flanke von Marco Dahler verwertete, wollte Schiri Niclas Zemke eine Abseitsposition gesehen haben. Borussia hatte anschließend Gelegenheiten im Minutentakt: Tim Klein probierte es nach Stemmler-Flanke mit akrobatischem Seitfallzieher, allerdings in die zweite Etage Richtung FSG-Clubheim (16.), Simon Schreibeisen traf aus guter Position mit dem linken Fuß das Leder nicht richtig traf (17.), Tim Cullmanns Distanzschuss packte sich Sascha Seiwert erst im Nachfassen (21.), auch einen abgefälschten Versuch von Simon Schreibeisen (22.) konnte Steinbachs Torwart parieren.

Die Gastgeber, für die Lukas Latsch nach 14 Minuten mit einem 20-Meter-Geschoss links oben über Maximilian Stracks Gehäuse einen ersten Akzent gesetzt hatte, kamen erst nach einer halben Stunde offensiv besser ins Spiel und prüften den Borussen-Keeper, der bei einem Flachschuss von Florian Schneider aus spitzem Winkel zur Stelle war, erstmals ernsthaft. Nachdem Tiziano Pompa auf der Gegenseite im Gedränge noch an Sascha Seiwert gescheitert war (35.), ging Borussia durchaus verdient in Führung: Christoph Stemmler konnte nach einem Schnittstellenpass auf dem Weg zum Tor nur noch regelwidrig im Strafraum gestoppt werden, Marco Dahler schickte Keeper Seiwert in die falsche Ecke und verwandelte cool. Kurz vor der Pause hatte Tim Klein die Chance, auf 0:2 zu stellen, doch Sascha Seiwert tauchte ab und konnte den Abschluss von Borussias Nummer 9 per Fuß aus dem bedrohten Eck schlagen.

Der Moment, in dem Borussia in Führung geht: Kapitän Marco Dahler verlädt FSG-Keeper Sascha Seiwert (oben) und wird anschließend von seinen Mannschaftskameraden beglückwünscht (unten). (Fotos: -jf-)

Nach dem Seitenwechsel hatten die Borussen zunächst wieder die besseren Gelegenheiten. Wieder konnte sich Sascha Seiwert nach 52 Minuten auszeichnen, als er mit beeindruckender Sprungkraft einen Distanzschuss von Simon Schreibeisen aus dem oberen rechten Torwinkel fischte. Beim anschließenden Eckball schraubte sich der aufgerückte Kamil Czeremurzynski am höchsten, köpfte das Leder allerdings nur auf der Torlatte (53.). Nach 65 Minuten eroberten die Gastgeber mehr Spielanteile, wurden allerdings nur einmal so richtig gefährlich, als Christian Simonetta auf der rechten Flanke „auf die Reise geschickt“ wurde, aber ganz knapp am langen linken Toreck flach verzog (82.). So blieb es am Ende beim 1:1 – ein Resultat, das die nie aufgebenden Steinbacher letztlich ihrem nimmermüden Kampfgeist zu verdanken hatten.

Nach Spielschluss richtete Philippe Persch, stellvertretend für den Mannschaftsrat, aufmunternde Worte an seine Kameraden: „Wir haben ordentlich gespielt und den Gegner über weite Strecken dominiert. Allerdings müssen wir uns auch endlich belohnen für das, was wir während der 90 Minuten investieren. Es heißt jetzt kontinuierlich und geduldig weiterarbeiten, dann wird sich der maximale Erfolg einstellen“, so Borussias Torwart und Athletiktrainer, der auch die Frage aufwarf, „warum viele Spiele immer die gleiche Dramaturgie haben“, sprich: warum die Borussen wie zuletzt in Herrensohr und gegen Primstal, trotz guten Spiels unnötigerweise Punkte liegen lassen. Eine Frage, die es bis zum Heimspiel am kommenden Sonntag (Anstoß: 15.00 Uhr), aufzuarbeiten gilt. (-jf-)

Statistik: FSG Ottweiler-Steinbach – Borussia 1:1 (0:1)

Borussia: Maximilian Strack – Niklas Allenfort, Tim Cullmann, Kamil Czeremurzynski (ab 70. Daniel Schicker), Marco Dahler, Tiziano Pompa, Nico Purket (ab 70. Florian Stopp), Christoph Stemmler, Michael Müller (ab 80. Tim Braun), Simon Schreibeisen (ab 70. Nico Christmann), Tim Klein (ab 60. Danny Kleinbauer). – Trainer: Gunther Persch (in Vertretung).

Tore: 0:1 (37.) Marco Dahler (Foulelfmeter), 1:1 (89.) Luis Cupelli (Foulelfmeter). – Schiedsrichter: Niclas Zemke (FV Fischbach). – Zuschauer: 200. – Gelbe Karte Borussia: Nico Purket (26.).

Unsere Bilder vermitteln Eindrücke vom Spiel der Borussia auf der Steinbacher Trift. (Fotos: -jf-)

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