„Unsere Mannschaft ist derzeit der beste Botschafter der Borussia!“

Borussias Sportvorstand Gunther Persch im Gespräch zur aktuellen Situation

Unser Bild: 84. Minute im Primstal-Spiel – Frissell Hunter sollte für Jan Luca Rebmann eingewechselt werden, ließ jedoch dem lange verletzten Attila Serr für die Premiere vor eigenem Publikum den Vortritt. Eine symptomatische Szene für den guten Teamgeist! (Foto: -jf-)

Gunther Persch, drei Siege in Folge, allesamt ziemlich überzeugend. Auf den Rängen des Ellenfeld-Stadions war schon so etwas wie Euphorie zu spüren. Auf die Mannschaft und den Vorstand prasselte zuletzt viel Lob ein. Wie schätzt der Sportvorstand die derzeitige Situation ein?

GP: Es freut mich wirklich für die Jungs, dass sie von allen Seiten gelobt werden. Ich hoffe aber, dass sie auch genauso die Unterstützung erhalten, wenn es nicht so gut läuft. Wenn ich so manche Aussagen nach dem ersten Heimspiel gegen die FSG Ottweiler-Steinbach noch in Erinnerung habe, dann geht mir das wie immer bei Borussia zu schnell. Von Weltuntergangsstimmung zum Weltmeister! Die Mannschaft ist jung, sie ist gut, sie ist talentiert und vor allem sind es hungrige Spieler. Alles liebe, anständige Jungs. Ich hoffe, das ist den Kritikern und Nörglern, die man auch während des Spiels gegen Primstal hören konnte, bewusst. Gebt der Mannschaft also Zeit, gebt ihr Vertrauen und steht hinter ihr – egal, ob bei Sieg oder Niederlage! Borussias Vereinsfarben sind zwar schwarz-weiß, aber nicht alles ist eben immer schwarz und weiß. Wir sollten alle darauf achten, eine gesunde Mischung aus Weitsicht und Euphorie zu behalten.

Borussia hat zehn neue Spieler verpflichtet, die personelle Fluktuation war gewaltig vor Rundenbeginn. Wie ist die erste Bilanz?

GP: Ich finde, dass alle Spieler einen guten Einstand bei der Borussia hatten. Auf dem Platz, aber auch daneben! Jeder hat gezeigt, dass er eine Bereicherung für Borussia ist. Ich bin wirklich positiv überrascht über den Umgang untereinander und miteinander. Es macht Spaß den Jungs beim Training zu zusehen und sich mit den Jungs zu unterhalten.

Von außen betrachtet herrscht ein ausgesprochen guter Teamgeist. Der Sportvorstand ist nahe dran an der Mannschaft. Stimmt dieser Eindruck?

GP: Voll und ganz. Eine symptomatische Szene dafür, die für mich fast noch höher einzuschätzen war als die Art und Weise des Sieges gegen Primstal, ereignete sich nach 84 Minuten: Unser Trainer Björn Klos wollte auswechseln, Frissell Hunter stand schon bereit. Doch der Junge hat echte Größe gezeigt und auf den eigenen Einsatz verzichtet, um seinem Teamkollegen Attila Serr, der sich nach schwerer Verletzung wieder zurück ins Team gekämpft hat, zu seinem Einsatz vor unseren Fans im Ellenfeld zu ermöglichen. Vor einem solchen Verhalten kann man nur den Hut ziehen. Es dokumentiert den guten Teamspirit sehr deutlich!

Gerade die mannschaftliche Geschlossenheit, der Zusammenhalt ist ja eine ganz wichtige Voraussetzung, wenn man Erfolg haben will. Da scheint die Borussia auf einem guten Weg, oder?

GP: Fußball ist nun mal ein Team-Sport. Der Einzelne kann nur glänzen, wenn sein Team ihn unterstützt. Ich sehe eine ganze Mannschaft, ein ganzes Team, das Spaß am Fußball hat. Vor allem sehe ich ein Kollektiv, das zeigt: Wenn sich jeder für jeden einsetzt und dem anderen hilft, dann kommt man voran! Das gilt auf dem Platz, aber auch neben dem Platz. Keiner hier erreicht irgendwas alleine. Keiner sollte denken, dass ihm die Anerkennung alleine zu steht. Das beziehe ich auch auf die Vorstandsmannschaft. Natürlich ist es auch mal schön, was Positives gesagt zu bekommen, aber aus Erfahrung weiß ich, dass das bei Borussia ganz schnell auch anders herum geht. Im Moment spürt man, dass die Veränderungen im Verein langsam Früchte tragen. Aber nur deshalb, weil die Mannschaft, die Trainer aller Mannschaften, die Betreuer, die wenigen aber treuen und unverzichtbaren Helfer, der Vorstand – weil alle versuchen, zusammen zu arbeiten und an einem Strang zu ziehen.

Als Zeichen dafür, dass dieses gemeinschaftliche Engagement auch außerhalb Neunkirchens offensichtlich registriert wird, kann man wohl auch die Zusage öffentlicher Mittel zur Sanierung des Ellenfeld deuten. Wie ist da die Einschätzung des Sportvorstandes?

GP: Es gibt Lichtblicke was die Infrastruktur, Stadion und Jugend betrifft. Aber es sollte immer mit Weitsicht gehandelt werden. Was hilft der Borussia wirklich, sich langfristig zu stabilisieren, gut aufzustellen und zukunftsorientiert weiterzubringen? Das betrifft die Mannschaft, die Vereinsstrukturen und vor allem auch die Frage, wie die zugesagten Mittel in das Gebäude und in die total veraltete Energie-Erzeugung im Stadion investiert werden, das heißt: wie Energie effizient eingespart werden kann. Diese Aspekte müssen für die Zukunft und das Überleben der Borussia an erster Stelle stehen. Wenn dann – quasi als Sahnehäubchen – noch schöner und guter Fußball gespielt wird: Umso besser, dann freuen wir uns alle! Aber jedem sollte klar sein: Wir kämpfen jeden Tag dafür, weil sich an der Situation, in der sich Borussia befindet, grundlegend nichts geändert hat, außer dass sich kleine Erfolge einstellen. Also Füße auf dem Boden lassen und alles dafür tun, dass es unsere Borussia schafft!

Und dafür kann der Verein nach wie vor jede Unterstützung gebrauchen, oder?

GP: Sicher. Vielleicht sind der Aufschwung, der frische Wind, den die Jungs bei uns reingebracht haben, und der neue Weg, den wir eingeschlagen haben, ein Signal und eine Initialzündung für die Leute, die sich bisher mit Hilfe und Unterstützung eher zurückgehalten haben. Es braucht Zeit, Geduld und viel Einsatz, das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen. Unsere Mannschaft ist da wohl im Moment der beste Botschafter!

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch, Gunther Persch. Alle Borussen wünschen den verantwortlich Tätigen weiterhin viel Glück und Erfolg!

1 Kommentar

  1. Gebt der Mannschaft also Zeit, gebt ihr Vertrauen und steht hinter ihr – egal, ob bei Sieg oder Niederlage!
    Das ist der Kernsatz im Interview der alles auf den Punkt bringt!
    Wenn es so weitergeht ,und der Spirit bleibt , sehe ich einer rosigen Zukunft des Vereins Positiv entgegen ????????????
    Ich hoffe das negatives endlich verstummt und Alle ,
    Offizielle und Fans , voll und Ganz an einem Strang ziehen !
    Borussia’s Erbe muss weiterleben wie zu Leo’s Zeiten und des
    Schwarz Weissen Maskottchen’s
    Was früher auch Lustig war in den Pausen , wenn Hunde auf dem Rasen Bällen nachjagen dürften ????????
    DEMADDINNAUSNK
    hinter Allem stehen

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