Überwintern auf Relegationsplatz winkt!

Dennoch: Das letzte Heimspiel der Borussia vor der Weihnachtspause wird kein Selbstläufer! / Anstoß: Morgen, Samstag, 15.00 Uhr in der Ferraro-Sportarena

Unser Bild: Rückblick – entschlossen zur Stelle war Sayfedine El Khadem beim Hinspiel in Reisbach in dieser Szene und bringt die Borussia aus kurzer Distanz mit 2:1 in Führung. (Foto: -jf-)

Unser Gegner feierte im Sommer mit dem Aufstieg in die Saarlandliga einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Mit 21 Punkten Vorsprung vor dem 1. FC Reimsbach holte der SC Reisbach den Titel in der Verbandsliga souverän. 2009, vor 14 Jahren, hatte man letztmals für Furore gesorgt, als man das Finale um den Saarlandpokal (0:7 gegen Elversberg) erreichte. Die Aufstiegsmannschaft konnte nahezu komplett gehalten werden. Acht Neuzugänge sollen helfen, das Ziel Klassenerhalt zu realisieren, darunter erfahrene Kräfte: Jannik Messner, der für Völklingen schon Regionalliga spielte und von Oberligist Diefflen kam, hat die Aufgabe, die Defensive zu stablisieren. Mit Jonas Lucchi (von der SG Mettlach-Merzig) und dem reaktivierten Jan Spenger kämpfen zwei Torhüter um den Stammplatz zwischen den Pfosten, im Sturm soll der Ex-Bouser Jan Demmerle mit seinen Oberliga-Erfahrungen aus Diefflen und Dillingen für Tore sorgen. Fabio Mahler (26, früher Schwalbach und Mettlach) und Yannik Wohlschlegel (29, früher Dillingen) sind weitere Routiniers im Reisbacher Kader. Eine Ellenfeld-Vergangenheit weist Mikel Bender auf: Der 31jährige Mittelfeldspieler absolvierte als junger Mann unter Coach Adetunji Adeyemi einige Einsätze in der zweiten Mannschaft der Borussia. Dienstältester im SC-Team ist Christian Houy: Der Innenverteidiger war 2015 von der SG Saubach gekommen, war zuvor von 2011 bis 2013 für Hertha Wiesbach in der Saarlandliga am Ball und hat auch einige Einsätze für die Auswahl der Bundeswehr auf seinem Konto.

Mit diesem Aufgebot will Neu-Trainer Sebastian Saia (li.) die Saarlandliga für den SC Reisbach erhalten – ein durchaus mögliches Unterfangen! (Fotos: fupa.net)

Gewechselt wurde in der Lohwiese mittlerweile auf der Trainerbank. Aufstiegscoach Alexander Stamm (40), der den Club bereits frühzeitig über seinen Wechsel im kommenden Sommer zum FC Rastpfuhl informiert hatte, trat nach sieben Niederlagen in Folge vorzeitig zurück. Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter, der ohnehin das Amt im Sommer übernommen hätte und nun früher als ursprünglich geplant wieder da ist: Sebastian Saia, der von 2014 bis 2019 bereits verantwortlich auf der Bank war, ehe er für zwei Jahre nach Schwalbach wechselte. Nach neun Pleiten in Serie gelang beim 3:2 gegen die favorisierte U23 des FC Homburg prompt wieder ein Sieg. Die anschließenden Niederlagen (1:2 gegen Mettlach, 0:4 gegen Hasborn), ließen den Neuling dann wieder ans Tabellenende abstürzen. Doch den Verantwortlichen ist klar: Das Ziel kann nur Klassenerhalt lauten – und das ist kein Sprint, sondern ein Marathon, in dem Reisbach mit drei Zählern Rückstand auf das rettende Ufer immer noch gut im Rennen liegt. Die Defensive ist das Sorgenkind: Kein anderer Club hat soviel Gegentore kassiert wie der SC (62). Offensiv sind vor allem Jan Demmerle und Nicola Cortese, der nicht umsonst auf den Spitznamen „Kischde“ hört, in Erscheinung getreten: Mit insgesamt 17 Toren haben sie mehr als die Hälfte aller Reisbacher Treffer erzielt. Sowohl zuhause (9 Punkte), wo man neben dem 3:2 gegen Homburg immerhin mit einem 2:1 auch die Sportfreunde Köllerbach das Fürchten, lehrte als auch auf fremden Plätzen (6 Punkte, darunter ein 2:1-Erfolg auf dem Kieselhumes bei Saar 05) gilt für den SC stets das Moto „hop oder top“: In keinem der bislang 19 Spielen gab es ein Unentschieden.

Mit 9 Treffern bislang Top-Torschütze des SC Reisbach: Jan Demmerle (re.), hier gegen Borussias Michael Müller, war im Sommer aus Bous an die Lohwiese gekommen. (Foto: -jf-)

Die Ausgangssituation lässt die Borussen als Favorit in die Partie gehen, keine Frage. Aber gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte, die meist tief standen und auf Konter setzten, taten sich Kapitän Marco Dahler & Co gerade auf eigenem Platz sehr schwer. Nach 0:1-Rückstand jeweils „nur“ 1:1 gegen Mettlach, Ballweiler und Merchweiler, dazu ein hart erkämpftes 3:2 gegen Primstal, in Bliesmengen gar eine 1:2-Niederlage – Beispiele für Spiele, in denen die Favoritenrolle den Borussen trotz allen Bemühens eher Last als Lust war. Deshalb wird auch die Begegnung gegen den Tabellenletzten alles andere als ein Selbstläufer sein, viel eher ein Geduldsspiel. Natürlich wollen die Borussen sich mit einem Erfolgserlebnis aus der Ferraro-Sportarena, die weit mehr als ein Jahr die Heimstatt war, verabschieden, ehe im Frühjahr die Rückkehr ins Ellenfeld-Stadion bevorsteht. Weitere Motivation: Schon ein Punktgewinn würde das Überwintern auf dem Relegationsplatz 2 bedeuten – sicher eine schöne vorweihnachtliche Bescherung!

Borussias Personallage ist unverändert: Dylan Sodji, Michael Müller, Sebastian Cullmann und Kamil Czeremurzynski werden verletzungsbedingt auch im letzten Spiel vor der Winterpause nicht aktiv ins Geschehen auf dem Platz eingreifen können, ihre Mannschaftskameraden aber wie gewohnt von der Bank aus als engagierte Motivationshelfer tatkräftig und lautstark unterstützen.

Bisherige Bilanz: Erst einmal trafen der SC und die Borussia in der Saarlandliga aufeinander: Beim 3:2 im Hinspiel konnte der SC Reisbach zeigen, wozu die Truppe an einem guten Tag in der Lage ist. In der Lohwiese kamen die Borussen erst durch den Last-minute-Treffer von Tim Klein zu glücklichen drei Punkten. Nils Wolhlschlegel hatte Reisbach in Führung gebracht, danach drehten Marco Dahler (per Foulelfmeter) und Sayfedine El Khadem die Partie, ehe Nicola Cortese mit dem 2:2-Ausgleich Borussia nochmal ins Schwimmen brachte. Den reaktionsschnellen Paraden von Maximilian Strack war es zu verdanken, dass die immer mutiger gewordenen Gastgeber nicht selbst in Führung gingen, bevor Tim Klein mit der letzten Aktion erbarmungslos zuschlug.

Schiedsrichter des Spiels gegen den SC Reisbach ist (nach Angaben von fussball.de) Thomas Haab vom STV Urweiler aus der Schiedsrichtergruppe Weiselberg. Seit 2005 ist er als Unparteiischer aktiv, schaffte 2019 den Aufstieg in die Riege der saarländischen Ziffer-Schiedsrichter und fungiert zudem als Assistent in der Oberliga (zuletzt am vergangenen Wochenende beim Spiel Eintracht Trier gegen den VfR Baumholder). Thomas Haab war bereits in der vergangenen Saison zweimal (beim 3:1 gegen Schwalbach und beim 3:0 gegen Bliesmengen) der 23. Mann im Ellenfeld und wird gegen Reisbach an den Seitenlinien unterstützt von seinen Assistenten Florian Schmeier und Markus Marx. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gelungene Spielleitung! (-jf-)

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