Ein neuer Platz für Teamplayer Joshua Penth

Abwehrspieler Joshua Penth wird im Sommer das Ellenfeld verlassen / Referendariat für das Grundschullehramt und ehrenamtliches Engagement in Kirche und Gesellschaft werden dann sein Leben bestimmen

Er ist in guter Gesellschaft. In sehr prominenter Gesellschaft sogar. Keylor Navas, National-Torhüter Costa Ricas, Champions-League-Sieger, spanischer Meister und Torhüter von Paris St. Germain, gehört dazu, ebenso Thiago Silva vom FC Chelsea, Barcelonas Memphis Depay, der Franzose Antoine Griezmann und sein Sturmpartner Olivier Giroud, Bayerns Josua Kimmich und Jérome Boateng, derzeit im Trikot von Olympique Lyon, um nur einige zu nennen. Sie alle eint der christliche Glaube und das feste Vertrauen auf die Hilfe von oben. Manche tragen diese Überzeugung in Form eines Tattoos sichtbar auf ihrer Haut. Uruguays Stürmer Edinson Cavani wird in seiner Heimat nicht nur als Sportler, sondern als Botschafter des Glaubens verehrt. „Jesus ist wie ein Navigationsgerät, das mich auf dem rechten Weg hält“, sagt der Superstar mit indigenen Wurzeln, der dem Schöpfer dankbar ist für sein Talent und seine Entwicklung. Sogar ein Buch hat der 35jährige über seinen Glauben geschrieben.

Das hat Joshua Penth (noch) nicht. Aber Borussias Abwehrspieler, der im Sommer 2021 vom TSC Zweibrücken ins Ellenfeld gewechselt ist, ist sicher ein außergewöhnlicher Sportler. Seit geraumer Zeit engagiert er sich in der evangelischen Freikirche („Fels der Hoffnung“) in Homburg. Vertraut mit der Heiligen Schrift, hat er dort auch schon gepredigt. Dass er sich entschlossen hat, im Sommer das Ellenfeld zu verlassen und „mit dem Fußball auf diesem Niveau“ aufzuhören, hat auch etwas mit seiner ehrenamtlichen Arbeit zu tun. „Das war keine ad-hoc-Entscheidung, auch keine rationale Entscheidung, sondern eine, die von innen herauskommt, ein Prozess von mehreren Wochen und Monaten. In der Weihnachtszeit habe ich mich zurückgezogen und bin in mich gegangen“, erzählt der 24jährige, der ganz viel nachgedacht hat und offen und ehrlich an seinen Gedanken teilhaben lässt: „Ich spiele jetzt ja schon lange Fußball. Woche für Woche drei-, viermal Training. Am Wochenende tritt man dann an, um den Gegner zu besiegen. Immer das Gleiche. Da wird man von Zeit zu Zeit mal müde im Kopf. Und dennoch habe ich nie aufgegeben, sondern immer wieder noch mehr Gas gegeben, wenn es nicht so lief. So habe ich mich stets zurückgekämpft. Lange hat mir der Sport viel Spaß gemacht und vieles für meine persönliche Entwicklung gegeben. Ein schönes Hobby, das aber auch sehr viel Zeit frisst. Und mit dieser Zeit möchte ich in Zukunft etwas Besonderes anfangen, das mir mehr Sinn in meinem Leben gibt.“ Umgesetzt hat er schon in der genannten Freikirche, in der er sich in der Jugendarbeit und bei der Gottesdienstgestaltung engagiert. „Bisher hat der Fußball mein Leben und meine Termine bestimmt, jetzt habe ich mich dazu entschlossen, meine Freizeit selbst bestimmen zu wollen und den Fußball dem Ganzen unterzuordnen.“ Auf diesen kurzen Nenner bringt Joshua Penth seinen Entschluss. Einen Abschied vom runden Leder für immer muss das dennoch nicht bedeuten: „Ich kann mir vorstellen, meinen Pass irgendwo zu hinterlegen, um in einer der unteren Ligen zum Spaß nochmal zu kicken, wenn ich Bock dazu haben sollte.“

Egal, auf welchem Platz Joshua Penth sich engagiert: Er ist mit Leidenschaft dabei, ob im sportlichen Wettkampf auf dem grünen Rasen im Borussen-Trikot (oben) oder bei der Verkündigung der frohen Botschaft Jesu in der Freikirche „Fels der Hoffnung“ (unten). (Fotos: -jf-/privat)

Zunächst aber zählen andere Prioritäten. Als gläubiger Mensch hat Joshua Penth eine sehr persönliche Beziehung zu Jesus Christus, von dem er glaubt, dass er Gott ist. Besonders geholfen hat ihm das in Krisenzeiten, in denen er gelernt hat, zu relativieren und Wichtiges von weniger Wichtigem zu trennen. „Eine langwierige Schambeinentzündung hat mich vor einiger Zeit neun Monate lang außer Gefecht gesetzt. Ab dem Moment, als ich Gott eingestanden habe, dass mir in meinem Leben nicht mehr wichtiger sein soll, als Er selbst, beschleunigte sich der Heilungsprozess ungemein und ich konnte schon sehr bald wieder Fußball spielen. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis, das etwas in mir ausgelöst hat. Ich bin in die Form meines Lebens gekommen. Und genau da kam das Angebot von Borussia.“ Ein Wink von oben?

Sein Entschluss aufzuhören möchte Joshua Penth deshalb auf keinen Fall als „Entscheidung gegen die Borussia“ verstanden wissen: „Im Gegenteil: Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, hier zu spielen. Ich habe mich bei der Borussia vom ersten Moment sehr wohl und voll integriert geführt. Deshalb werde ich auch nach wie vor bis zum Sommer alles reinhauen, damit wir unsere Ziele erreichen.“

Im Vertrauen auf Jesus versucht Joshua Penth, zwischen allen Hindernissen, die das Leben ihm aufstellt, seinen Weg zu finden. (Foto: -jf-)

Was wird von dem Jahr im Borussen-Trikot bleiben? „Es war und ist auf jeden Fall beeindruckend, ja faszinierend mit meinen Mannschaftskameraden in einem solchen Umfeld mit dem Stadion, den Fans, der Internetpräsenz zu spielen und Erfahrungen gesammelt zu haben. Ich habe hier viele neue Menschen kennengelernt, was immer interessant ist. Die Zeit im Ellenfeld hat mich auch persönlich weiter reifen lassen“, so seine Bilanz, die ihn jedoch nicht von dem gefassten neuen Ziel abrücken lässt. Darüber ist er permanent mit Gott im Gespräch, und in diesen Gesprächen ist ihm Jesus klar geworden: „Jesus und den Menschen zu helfen ist mir das Wichtigste geworden.“ Für den Teamplayer Joshua Penth war auf dem Platz immer klar: „Ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt und ich der Mannschaft am besten nützen kann.“ Jetzt hat ihm Jesus Christus eine Position zugewiesen.

In der nahen Zukunft steht für den angehenden Grundschullehrer nach Abschluss seines Studiums das Referendariat an – beruflich eine anstrengende, herausfordernde, aber auch erfüllende Zeit: Kindern mit viel Empathie, Geduld und Hingabe den Start in ihr Leben zu erleichtern, ihnen vom Glauben an Jesus zu erzählen und einen Weg zu sich selbst und zu ihrem Lebenssinn zu öffnen. Was danach kommt, ist völlig offen. Sogar Theologie zu studieren und Pastor zu werden kann sich Joshua Penth gut vorstellen. Auf seinem Weg horcht er in sich hinein und vertraut Gott voll und ganz – als Navigationsgerät, das ihn auf der rechten Bahn hält. Die Hoffnung liegt schon in seinem Vornamen: Joshua bedeutet so viel wie „Gott ist Heil, Gott ist Hilfe“.

Als Philippe Coutinho 2019 aus Barcelona zum FC Bayern München wechselte, hat er auf seinem Instagram-Kanal die Nachricht von seinem Wechsel geschlossen mit den Worten: „Auf dass Gott dieses neue Kapitel segne!“ Dieser Wunsch soll auch Joshua Penth begleiten, wenn er im Sommer im Buch seines noch jungen Lebens die nächste Seite aufschlägt. (-jf-)

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