Borussia hat es in der eigenen Hand

Im Aufstiegsrennen zählt bei Punktgleichheit das Torverhältnis nicht! / Kleine Presse-Umschau nach dem 1:1 der Borussia im Homburger Waldstadion

Unser Bild: Gratulation an Marcel Jung – soeben hat er Borussias 1:1 im Waldstadion erzielt, hätte bei weiteren guten Chancen zum „Held des Tages“ werden können! (Foto: Jan Sebastian Bach)

Von Jo Frisch

Eins vorne weg: Entscheidungsspiele um den direkten Aufstiegs- bzw. den Relegationsplatz wird es am Ende der Saarlandliga-Saison 2017/18 nur im äußersten Notfall geben! Bei Punktgleichheit von zwei (oder, was ebenfalls im Bereich des Möglichen liegt) gar drei Mannschaften gibt der direkte Vergleich zwischen den punktgleichen Teams den Ausschlag. Ein Auszug aus dem „SAARFUSSBALL“ (03/2107) schafft Klarheit: „Für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen der Tabellenzweiten entscheiden bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Mannschaften die Ergebnisse aus dem direkten Vergleich. Bei der aus den Ergebnissen des direkten Vergleichs erstellten neuen Tabelle entscheiden zunächst die gewonnenen Punkte, dann die Tordifferenz, bei Gleichstand die höhere Anzahl der erzielten Tore.“ Erst wenn dann immer noch Gleichstand herrscht, so heißt es weiter, werden Entscheidungsspiele notwendig. Dies bedeutet nach jetzigem Stand der Dinge: Vorteil Borussia! Die Klos-Männer haben gegen Auersmacher (mit 2:2 und 2:0) vier Zähler verbucht und können bei einem Heimsieg am Samstag gegen Hasborn vom SVA nicht mehr vom Relegationsplatz verdrängt werden. Verliert zusätzlich der VfB Dillingen beim SV Mettlach, würde Borussia bereits am Pfingstsamstag als direkter Aufsteiger feststehen. Bei einem Dillinger Sieg oder Remis müsste Borussia, immer einen Heimsieg gegen Hasborn vorausgesetzt, am letzten Spieltag in Dillingen noch einen Punkt holen.

„Beginnt bei der Borussia jetzt auf der Zielgeraden der Saison das große Nervenflattern?“ Diese Frage stellt der „Saar.Amateur“ am Anfang seiner Spielnachlese, die unter der Überschrift „Borussia läßt Punkte liegen – Trotz starken Spiels nur 1:1“ firmiert. Die Überlegenheit der Klos-Schützlinge erkennt auch FCH-Trainer Andreas Sorg an, der im „Saar-Amateur“ wie folgt zitiert wird: „Borussia zeigte die bessere Spielanlage, hatte ein Chancenplus und ist mit dem großen Platz im Waldstadion besser zurechtgekommen als meine Mannschaft. Wir haben in einem kampfbetonten Spiel aber richtig gut dagegengehalten und nicht unverdient gepunktet. Eine Erfahrung mehr für meine junge Mannschaft“, so das Fazit des Homburger Trainers. Der „Saar.Amateur“ lässt auch Björn Klos zu Wort kommen. Borussias Coach hatte naturgemäß eine etwas andere Sicht der Dinge, die aber zur Meinung von Andreas Sorg nicht in komplettem Gegensatz steht: „Das war heute unsere beste Saisonleistung. Wir hatten eine Vielzahl bester Einschussmöglichkeiten und hätten gewinnen müssen.“ Stattdessen sei, so der „Saar.Amateur“ weiter, Homburg nach zehn Minuten in Führung gegangen. „Nach einem Befreiungsschlag fiel Jens Meyer der Ball vor die Füße und er lochte zum 1:0 ein.“ Borussia habe aber prompt geantwortet, Marcel Jung habe nach seinem Ausgleichstreffer noch zwei gute Chancen für Borussia vergeben, „die auch im zweiten Abschnitt beinahe schon sträflich Torchancen liegen ließ, so dass es am Ende beim 1:1 blieb“, so der „Saar.Amateur“, der die Situation an der Tabellenspitze wie folgt beleuchtet: „Wer steigt direkt in die Oberliga auf? Neunkirchen liegt einen Punkt vor dem VfB Dillingen. Gewinnt Borussia am Samstag gegen Hasborn und Dillingen setzt sich gleichzeitig beim SV Mettlach durch, kommt es am letzten Spieltag in Dillingen zu einem Endspiel um den Direktaufstieg. Der SV Auersmacher hat zwar nur zwei beziehungsweise drei Punkte Rückstand auf Dillingen und Neunkirchen, muss aber auf einen Ausrutscher der beiden Konkurrenten hoffen. Borussia kann es als einzige Mannschaft aus eigener Kraft schaffen. Gewinnt die Mannschaft von Trainer Björn Klos zweimal, ist die Rückkehr in die Oberliga perfekt.“

Die „Saarbrücker Zeitung“ bringt das 1:1 im Waldstadion auf einen kurzen Nenner: „Neunkirchen konnte seine spielerische Überlegenheit und sein Chancenplus nicht in Tore ummünzen und büßte wichtige Zähler im Aufstiegsrennen ein.“

Markus Hagen, der Berichterstatter des „Pfälzischen Merkur“, hat (aus regionaler Homburger Perspektive) „vor der Saisonrekordkulisse von 470 Zuschauern“ im Waldstadion „90 unterhaltsame Minuten“ gesehen, in deren Verlauf Borussias Stürmer Marcel Jung zum „Held des Tages“ hätte werden können. Weiter heißt es: „Mit dem frühen Führungstor (11.) durch Jens Meyer überraschte die U23 des FC Homburg Neunkirchen. Der Aufstiegsaspirant aus der Hüttenstadt hätte postwendend ausgleichen können, aber Daniel Ruschmann knallte einen 17-Meter-Freistoß (13.) nur an die Latte. (…) Ab Mitte der ersten Hälfte hatten die Gäste Vorteile. Marcel Jung (33.) glich zum 1:1 aus, nachdem die FCH-Abwehr, bedingt durch das verletzungsbedingte Aus von Sven Görgen, etwas in Unordnung geraten war. Anschließend vergab Jung zwei dicke Möglichkeiten zur Neunkircher Führung. (…) `Neunkirchen hat stark aufgespielt und auch ein Chancenplus. Aber aufgrund der guten kämpferischen Leistung meines Teams geht da Unentschieden in Ordnung“, meinte FCH-Trainer Sorg. Torschütze Jens Meyer: „Wir haben alles gebracht, was möglich war, und uns den Punkt redlich verdient.´ Durch den Punktgewinn hat der Aufsteiger den Klassenverbleib bereits zwei Spieltage endgültig sicher.“

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