Zwischen Freud und Leid

Wie eng Freud‘ und Leid zusammenliegen können, das zeigt das wahre Leben. Sicher eine Binsenweisheit, aber mitunter passieren Dinge, die einen wenigstens mal kurz innehalten und sich bewusst werden lassen, dass selbst solch vermeintliche Floskeln ganz schnell Wahrheit werden. Zwei Ereignisse des gestrigen Dienstags können dafür ein Beispiel geben.

Seinen 75. Geburtstag feierte Dieter Ferner (Fotos oben / Vielen Dank an Thomas Burgardt). Der Torwart hat eine bewegte Karriere hinter sich, die ihn auch ins Ellenfeld zur Borussia führte. Bei Bayer Leverkusen und Rot-Weiß Oberhausen begann seine Laufbahn, ehe er den Weg ins Saarland fand und beim 1. FC Saarbrücken anheuerte. Mit den Malstättern stieg Dieter Ferner 1976 in die Bundesliga auf, absolvierte insgesamt 62 Spiele in der ersten und 166 in der zweiten Liga. Interessante Erfahrungen durfte das „Geburtstagskind“ anschließend in den USA bei den Chicago Stings sammeln.

Nach der Rückkehr blieb Dieter Ferner dem runden Leder weiter verbunden und gab als Trainer sein umfangreiches Wissen u.a. beim FC Kutzhof und dem SC Friedrichsthal weiter und übernahm von 2012 bis 2014 auch auf der Bank der Borussia im Ellenfeld die sportliche Verantwortung. Nach einer 0:4-Heimniederlage gegen Waldalgesheim legte er im April 2014 sein Amt nieder. Im Laufe der Zeit war der 1. FC Saarbrücken zu seinem Herzensverein geworden. Dort übernahm der Torhüter viele Jahre lang die unterschiedlichsten Aufgaben: Ob als Scout, Abteilungsleiter Fußball oder Vizepräsident (2016 – 2021) – Dieter Ferner war ein Gesicht des 1. FC Saarbrücken, der auch im „Unruhestand“ regelmäßig auf den Fußballplätzen im Saarland anzutreffen war und sich im Herbst 2021 noch einmal, dem Ruf seines Freundes Sebastian Richter folgend, in beratende Funktion beim TuS Herrensohr engagierte.

Die Borussia gratuliert Dieter Ferner zum Ehrentag und wünscht alles Liebe und Gute, vor allem Gesundheit, Energie und Freude für das neue Lebensjahr!

Glückwünsche ergehen auch an drei Spieler unserer Borussia: Ralph Smith vollendete am Montag (15.1.) das 30. Lebensjahr, Noureddine El Khadem feiert am heutigen Mittwoch seinen 23 Geburtstag und Michael Müller wird am morgigen Donnerstag 25 Jahre alt. Wir wünschen alles Gute, viel Glück und Erfolg, Gesundheit, Energie und Zuversicht!   

Zur gleichen Zeit sind Daniela Kindel und Helmut Friberg geschockt. Sie können kaum glauben, was da am Dienstagvormittag in Medien und sozialen Netzwerken aufploppt. Im Alter von nur 43 Jahren ist Kay Bernstein, der Präsident von Hertha BSC Berlin, plötzlich und unerwartet gestorben. „Bin fassungslos. Mir fehlen die Worte. Ruhe in Frieden, lieber Kay. Ich wünsche seiner Familie mein aufrichtiges Beileid und ganz viel Kraft. Du hattest noch so viel vor“, lautet Daniela Kindels verzweifelter Versuch, ihre Trauer auf ihrer Facebook-Seite in Worte zu fassen. „Kay war ein Supermensch, ich kannte ihn seit 1998“, notiert Helmut Friberg. Die beiden Hertha-Anhänger verstehen das Fan-Sein sehr aktiv, besuchen nicht nur fast alle Spiele der Hertha (auch auf fremden Plätzen), sondern packen mit an, engagieren sich in verschiedenen Gremien des Herzensvereins und haben dabei noch eine zweite Fußball-Liebe: Die Borussia aus dem Ellenfeld, die sie bei passenden Gelegenheiten immer wieder besuchen.

Für Daniela Kindel, Helmut Friberg, die Fans und den gesamten Berliner Traditionsverein bedeutet das Ableben von Kay Bernstein einen großen Verlust. Mit seiner positiven Ausstrahlung war er Hoffnungsträger, personifiziertes Symbol für den Aufschwung bei Hertha, eine Identifikationsfigur, die als „Kay aus der Kurve“ den Weg von den Ultras bis ins höchste Vereinsamt geschafft hatte. „Der deutsche Fußball verliert eine Stimme der Menschlichkeit“, titelt ntv.de auf der Sportseite, denn Bernstein sei es gelungen, in den kurzen Monaten seiner Amtszeit den Verein nach turbulenten Jahren wieder zurück zu den Menschen zu bringen. Weiter heißt es: „Mit seiner Revolution der Menschlichkeit hat er der Hertha eine neue Identität gegeben. Es ist eine, die sich nicht mehr nur über sportliche Erfolge definiert, sondern darüber, was ein Fußballverein im Jahr 2024 auch ist: Ein Ort, an dem sich Menschen treffen und gemeinsame Erinnerungen schaffen“ – in Zeiten des zunehmend kommerzialisierten Fußball-Geschäfts mit all seinen Exzessen ein wichtiges Vermächtnis, das der Verstorbene allen, die sich für das runde Leder begeistern, mitgegeben hat. „Die Menschen lieben dieses Spiel, für sie ist das Stadion Heimat. Der Fußball braucht einen verantwortungsvollen Umgang gegenüber den Menschen, die dieses Spiel ausmachen, den Fans“, hat Kay Bernstein einmal gesagt. Kaum etwas vermag die Ernsthaftigkeit seiner  Botschaft deutlicher zu machen als das gemeinsame Foto mit Daniela Kindel (Foto oben / privat).

Borussia trauert mit Daniela Kindel, Helmut Friberg und Hertha BSC um eine Persönlichkeit, die um die Kraft des Fußballs wusste, und wünscht viel Kraft in dieser schweren Zeit – Ruhe in Frieden, Kay Bernstein!

Wie eng Freud‘ und Leid zusammenliegen, das hat der deutsche Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874) in tröstliche Verse zu fassen versucht:

Stolz die Blumen heut ihr Haupt erheben,

Doch es kommt ein Reif wohl über Nacht,

Und zerknickt ist alles frohe Leben,

Und dahin der Blumen schöne Pracht.

Und die Lust, die wir am Sommer hatten,

Ist verwandelt dann in lauter Leid,

Und mit Schnee bedeckt hat Feld und Matten,

Berg und Tal die kalte Winterzeit.

Doch wie Leid und Freude stets hienieden,

Und wie Nacht und Tag stets wechseln mag,

Jedem Winter ein Lenz beschieden,

Immer kommt ein Auferstehungstag.

Anbei im Rückblick zwei Links zu Beiträgen auf unserer Homepage zu Dieter Ferner (anlässlich seines 70. Geburtstags) und zu unseren Berliner Borussen-Freunden Daniela Kindel und Helmut Friberg:

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