0:3 in Quierschied – Borussia verpatzt den Auftakt

In guten ersten 20 Minuten die mögliche Führung verpasst und dann ausgekontert / Borussia über eine Halbzeit in Unterzahl: Fehlende Cleverness und zwei gelb-rote Karten binnen 15 Minuten (für Nyger Hunter und Julian Flammann)  

Unser Bild: Ein Knackpunkt des Spiels: Quierschieds Keeper Benedikt Schmitt (li.) bewahrte die Wambe in der Anfangsphase vor einem durchaus möglichen Rückstand – in dieser Szene kommt er Sekundenbruchteile vor Tim Cullmann (re.) an den Ball. (Foto: Susi Welter)

Quierschied bleibt für die Borussia ein schwieriges Pflaster! Auch im vierten Gastspiel in der Saarlandliga gab es – ganz im Gegensatz zu den Partien im Sparkassenpokal Saar – kein Erfolgserlebnis für die Schützlinge von Trainer Björn Klos, die sich nach gutem Start mit zwei gelb-roten Karten personell selbst dezimierten. Nach 90 Minuten stand eine 0:3-Niederlage zu Buche und bei Spielern und Anhängern naturgemäß die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Dabei wollten die Borussen – nach dem 1:3 im Vorjahr – einen Fehlstart am Franzenhaus diesmal unbedingt vermeiden. Das spürte man auch in den ersten 15 Minuten, als Borussia gut im Spiel war und offensiv agierte. Tim Cullmann hatte die ersten Gelegenheiten mit zwei guten Abschlüssen: Zuerst sauste das Leder knapp rechts am Tor vorbei (12.), wenig später musste Quierschieds Keeper Benedikt Schmitt alle Kräfte aufbieten, um den Mordsschuss von Borussia Nummer 23 noch gerade so an den Pfosten zu lenken – das hätte die Führung sein können, Pech für die Borussia, die weiter am Drücker blieb, aber dann wie aus dem Nichts in Rückstand geriet. Beim ersten gefährlichen Angriff der Gastgeber war die Borussen-Abwehr nicht konzentriert genug, Lars Andre Kaula stand auf der linken Seite frei und musste die Vorlage von Lukas Grünbeck nur noch einschieben (20.). Zwar verbuchte Borussia die nächsten Chancen durch die Hunter-Brüder (Frissell über das Tor, Nyger setzte sich gekonnt durch, scheitert aber in einer Eins-zu-eins-Situation an Benedikt Schmitt), doch das Tor machte wieder Quierschied nach einem mustergültig vorgetragenen Konter, den erneut Lars Andre Kaula auf Zuspiel von Matthias Krauß erfolgreich abschloss (34.). Fünf Minuten zuvor hatte sich Nyger Hunter die gelb-rote Karte abgeholt, unmittelbar vor der Pause folgte ihm Julian Flammann vorzeitig in die Kabinen (45. +1) – was die Situation für die Borussen gewiss nicht einfacher machte!

Nach der gelb-roten Karte in der Offensive schmerzlich vermisst: Borussias Nyger Hunter (re.). (Foto: Susi Welter)

Das Unterfangen, den Rückstand in zweifacher Unterzahl noch aufzuholen, war an diesem gebrauchten Abend am Franzenhaus dann auch nicht mehr in die Tat umzusetzen. Auch wenn sich die Gastgeber trotz Überzahl schwer taten, in der Offensive Lösungen zu finden, so ließen sie doch nach dem Seitenwechsel nichts mehr anbrennen. Lediglich zweimal musste Philippe Persch (zuerst gegen Matthias Krauß und dann gegen den Doppeltorschützen Lars Andre Kaula) eingreifen. Erst in der Schlussviertelstunde bäumte sich die Borussia nochmal ansatzweise auf. So scheiterte Frissell Hunter am guten Benedikt Schmitt, ehe Julian Fernsner (auf Vorlage von Jens Lorang) nach knapp 80 Minuten mit dem 3:0 für Quierschied, das zu diesem Zeitpunkt nach der roten Karte für Matthias Krauß ebenfalls nicht mehr vollzählig auf dem Platz war, den Sack endgültig zumachte.

„Quierschied gewinnt insgesamt verdient, ist cleverer und nutzte Fehler in der Borussen-Abwehr aus. Zumindest zu Beginn zeigte Borussia ganz gute Ansätze, hat sich die Niederlage in Halbzeit eins auch zum Teil selbst zuzuschreiben“ – dieses Fazit konnten die zu Hause gebliebenen Anhänger im Live-Ticker von Axel Bastians auf fupa.net lesen. Für Philippe Persch bildete die Partie „ein Muster“ ab, „das wir so schon öfter hatten: Gut angefangen, gefühlt alles im Griff, zwei gute Chancen vergeben, unruhig geworden, unnötige Fehler gemacht, dazu zu viele Ballverluste, statt wie zuletzt in Salmrohr sauber hinten raus zu spielen – da war die Sache schon zur Halbzeit quasi gelaufen“, so die Analyse von Borussias Torhüter im Telegramm-Stil. Dazu die ebenso unnötigen gelb-roten Karten: Zwei Platzverweise innerhalb Halbzeit – das hatte es für die Borussia letztmals am 6. Oktober 2018 im Gastspiel beim SC Halberg-Brebach gegeben. Auch damals das Endresultat: 0:3! Auch damals der Unparteiische: Matthias Edrich, der vor zwei Jahren erst Daniel Schlicker (47.) und dann Kamil Czeremurzynski (76.) in die Kabinen schickte. Apropos Karten: Gleich acht Spieler mussten zum Saisonauftakt auf den Plätzen der Saarlandliga vorzeitig zum Duschen (6 gelb-rote, 2 rote Karten) – eine Bilanz, die ganz sicher rekordverdächtig ist!

Nichtsdestotrotz gilt es jetzt nach vorne zu blicken und die Aufmerksamkeit auf das erste Heimspiel am kommenden Samstag (Anstoß: 15.30 Uhr im Ellenfeld) zu richten. „Gegen Saar 05 besser machen und fertig. Anknüpfen an die ersten 15 Minuten von heute und dann wird das schon“, spricht Borussen-Fan Björn Riehm in seinem facebook-Kommentar Mannschaft und Trainer Zuversicht zu, legt aber auch gleich den Finger in die Wunde und richtet einen Appell an die Jungs: „11 Gegentore aus zwei Pflichtsspielen! Die Bringschuld sollte selbstverständlich sein. Tragt das goldene B mit Stolz und zeigt, dass ihr es besser könnt.“ Dass sie es tatsächlich besser, ja sogar viel besser können, haben sie ja schon bewiesen! (-jf-)

Borussia in der Statistik

Unsere Mannschaft: Philippe Persch – Tim Cullmann, Kamil Czeremurzynski, Tim Braun (ab 46. Niklas Allenfort), Marco Dahler, Julian Flammann, Frissell Hunter (ab 75. Vincenzo Accursio), Alexander Jochum (ab 46. Sebastian Cullmann), Nyger Hunter, Dylan Sodji, Tim Klein. – Unser Trainer: Björn Klos.

Tore: 1:0 (20.) Lars Andre Kaula, 2:0 (34.) Lars Andre Kaula, 3:0 (79.) Julian Fernsner. – Schiedsrichter: Matthias Edrich (St. Wendel). – Zuschauer: 300. – Gelbe Karten Borussia: Sebastian Cullmann, Björn Klos. – Gelb-rote Karte Borussia: Nyger Hunter (29.), Julian Flammann (42.).

Unsere Bilder zeigen Eindrücke vom Spiel der Borussia in Quierschied. (Alle Fotos: Susi Welter)

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