„Die Liebe zu unserem Sport so richtig entdeckt!“

Emotionaler Abschied der Borussen-D-Jugend von ihrem Trainer Christoph Serr / Neue Aufgabe als Teammanager der zweiten Mannschaft

Unser Bild: Beeindruckende Zeugnisse für herausragendes sportliches und menschliches Coaching – die Geschenke von Borussias D-Jugend für ihren scheidenden „besten Trainer“ Christoph Serr. (Foto: facebook-Seite Christoph Serr)

Christoph Serr traute seinen Augen nicht. Da hatten ihn doch seine Frau glatt „entführt, unter dem Vorwand „Ich muss Dir was zeigen“ aus dem Haus gelockt. Wohin? Ins Ellenfeld, wo eine Schar von jungen Fußballern samt Eltern auf ihn wartete. Der Anlass: Die D-Jugend der Borussia verabschiedete ihren Trainer. Noch tags zuvor hatte man gemeinsam das Abschlusstraining einer durch Corona reichlich verkorksten Saison absolviert. Christoph Serr hatte sich nicht „lumpen“ lassen und seinen Schützlingen Getränke und Snacks spendiert. Und dann war man nach ein paar Abschiedsworten auseinandergegangen.

Dass es so schnell ein Wiedersehen gegen würde, hätte sich er erfahrene Trainer nicht gedacht. Die Überraschung war geglückt! Jetzt standen sie da, die jungen Borussen, sagten ein dickes „Danke schön“ an den Coach in Form eines Briefes, der vorgelesen wurde. „Lieber Chris“, stand da geschrieben, „als wir im Juni hörten, wir bekommen einen neuen Trainer, waren wir ganz gespannt, wer es wohl sein mag. Einer, der selbst spielt? Einer, der Ahnung hat? Einer, der ganz neu in unserem Verein ist? Aber dann hörten wir, dass Du es bist, also ein Allrounder. Durch Deine jahrelange Erfahrung als Spieler und Trainer wussten wir, wir haben einen richtig guten Fang gemacht. Du hast uns beigebracht, dass Gewinnen nicht das Wichtigste ist. Gegenseitiger Respekt, und ein faires Miteinander hast Du uns in jeder erdenklichen Minute als Trainer vermittelt. Du hast nicht nur Deine Freizeit für die Mannschaft geopfert, sondern auch für das Organisieren, Planen und Betreuen. Aber für Dich war das kein Aufopfern, für Dich war es selbstverständlich. Wir danken Dir für diese schöne Zeit, in der wir die Liebe zu unserem Sport so richtig entdecken konnten. Wir hoffen, dass wir vieles von dem, was wir von Dir lernen durften, aufbewahren und beibehalten können. Wir, dein Team, wünschen Dir viel Spaß und Erfolg bei Deiner neuen Aufgabe im aktiven Bereich der Borussia. Und freuen uns, Dich als unseren Fan noch am Spielfeldrand dabei zu haben. Vielen Dank für alles, was Du für uns getan hast! Deine D-Jugend“

Christoph Serr war sprachlos und überwältigt, macht noch Tage später kein Hehl daraus, dass er mit den Tränen kämpfen musste. Was ihn am meisten rührte: Dass die bedeutendste seiner Trainerbotschaften offensichtlich gut angekommen war bei seinen Jungs: „Sport ist wichtig, auch Erfolg ist wichtig. Aber noch wichtiger ist die Gemeinschaft, der gegenseitige Respekt, die soziale und charakterliche Entwicklung. Tore und Punkte zählen nur für eine Saison, das Andere für´s ganze Leben.“ Dieses Credo hat sich Christoph Serr auf seine Fahnen geschrieben, seit er im Fußball unterwegs ist. Schöner kann man eine Botschaft für junge Fußballer nicht formulieren!

Eine Botschaft, die offenbar auf fruchtbaren Boden fällt. Vor kurzem hat er einen Fußballer aus der früheren dritten Mannschaft der Borussia, die – manch einer erinnert sich sicher – überwiegend aus syrischen Flüchtlingen bestehend 2017 als eine Art Projektmannschaft fungierte, getroffen. Was er da hörte: „Zwei von den Jungs leben heute noch in Neunkirchen, sind verheiratet und haben Arbeit. Alle anderen sind in alle Winde verstreut, aber in Brot und Lohn und voll integriert. Das Projekt hat wohl zu diesem Erfolg beigetragen, der Einsatz hat sich gelohnt“, freut sich Christoph Serr, der bei seinen Borussen-Teams immer als Integrationsfigur agierte: „Ich habe den Jungs, egal aus welchem Land sie kamen, immer gesagt: Hier seid Ihr alle Borussen, wir tragen alle ein Trikot!“ Hier zeigt sie sich wieder: Die verbindende Kraft des Fußballs, für die im Ellenfeld kein anderer so exponiert steht wie Christoph Serr! Und so macht er auch seinen D-Jugendlichen gegenüber aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Ich werde Euch immer in meinem Herzen tragen und Euren weiteren Weg beobachten“, schreibt er seinen Jungs auf seiner facebook-Seite ins Stammbuch.

Die Borussia freut sich mit ihrem langjährigen und engagierten Jugendtrainer über das nicht alltägliche Feedback seiner Jungs. Der 52jährige wird als Teammanager der zweiten Mannschaft im Verbund mit seinen beide Söhnen Attila (Spielertrainer) und Dennis (Co-Trainer) in der kommenden Saison eine neue Aufgabe übernimmt. Ganz herzlichen Dank, Christoph, für Deinen unermüdlichen Einsatz und auf weitere gute Zusammenarbeit! (-jf-)

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